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Politik
Freitag, 23. Februar 2018 2

Konflikte

Pence besucht Klagemauer in Jerusalem

In Worten und in Taten: Pence stellt sich bei seinem Israel-Besuch an die Seite des jüdischen Staates. Zum Abschluss betet er in Jerusalem an der heiligsten Stätte des Judentums.

  • US-Vizepräsident Mike Pence spricht im israelischen Parlament in Jerusalem. Foto: Ariel Schalit
  • US-Vizepräsident Mike Pence spricht im israelischen Parlament in Jerusalem. Foto: Ariel Schalit
  • Mike Pence wurde von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in seiner Residenz in Jerusalem empfangen. Foto: Ilia Yefimovich
  • US-Vizepräsident Mike Pence trifft Israels Staatspäsident Reuven Rivlin in dessen Residenz in Jerusalem. Foto: Ronen Zvulun
  • US-Vizepräsident Pence trägt sich an der Klagemauer in Jerusalem ins Gästebuch ein. Foto: Ilia Yefimovich

Jerusalem.US-Vizepräsident Mike Pence hat zum Abschluss seines Israel-Besuchs die Klagemauer in Jerusalem besucht. Zuvor hatte er die geplante Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem als Ausdruck der engen Beziehungen zwischen den USA und Israel bezeichnet.

Dies sei „ein greifbares Zeichen unserer beständigen Verpflichtung und unseres Bündnisses mit dem Staat Israel“, sagte Pence bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem.

Die Palästinenser streikten aus Protest gegen den Besuch von Pence. Sie protestierten damit auch gegen die US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Läden und Schulen im besetzten Westjordanland und Ost-Jerusalem blieben geschlossen.

Hunderte Polizisten waren nach Angaben der Polizei in Jerusalem im Einsatz. Im nördlichen Westjordanland griffen zwei Palästinenser israelische Polizisten mit Messern an. Die Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer und verletzten einen der Attentäter. Die Polizisten blieben unverletzt.

Rivlin warb bei dem Treffen mit Pence für eine Verständigung mit den Palästinensern. „Trotz der Worte, die Präsident (Mahmud) Abbas erst letzte Woche verwendet hat, müssen wir weiter daran arbeiten, Vertrauen zwischen den beiden Völkern aufzubauen“, sagte Rivlin. Abbas hatte Israel als „koloniales Projekt“ bezeichnet, das nichts mit Juden zu tun habe.

Nach der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt Anfang Dezember war es zu Unruhen im Heiligen Land gekommen. Abbas sagte, die USA hätten sich als Vermittler für Friedensgespräche mit Israel disqualifiziert.

Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte, es habe keinen Kontakt mit der Palästinenserführung gegeben, seit der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Allerdings betonte er: „Ich glaube nicht, dass irgendwer denkt, die USA könnten in diesem Prozess ersetzt werden.“ Er glaube, nicht einmal die Palästinenser würden dies denken.

Jerusalem gilt als zentraler Streitpunkt zwischen Israel und den Palästinensern. Diese sehen Ost-Jerusalem als künftige Hauptstadt für einen unabhängigen Staat Palästina. Die Israelis beanspruchen hingegen die ganze Stadt für sich.

Bei seinem Besuch an der Klagemauer verharrte Pence kurz im Gebet an der heiligsten Stätte für Juden weltweit. Er steckte einen Zettel in eine Ritze zwischen den Steinquadern. Bei dem Brauch schreiben Besucher ihre Wünsche auf, die sich dadurch erfüllen sollen. Pence wurde von dem Rabbiner der Klagemauer, Schmuel Rabinovich, begleitet.

Die Klagemauer ist ein Überrest der Befestigung des zweiten Jerusalemer Tempels. Sie liegt am Fuße des Tempelbergs (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum), der Juden und Muslimen heilig ist.

Bei dem Besuch war allerdings kein Vertreter der israelischen Regierung anwesend, die den Besuch als „privat“ bezeichnete. Ein Vertreter der US-Regierung hatte hingegen zuvor betont, jeder Besuch, den der Vizepräsident tätige, sei in seiner Funktion als Vizepräsident.

Ein offizieller Besuch hätte als Anerkennung der israelischen Souveränität über die Altstadt gewertet werden können. Trump hatte im Mai vergangenen Jahres bei seinem Besuch in Israel ebenfalls privat die Klagemauer besucht.

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