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Putin-Gipfel: Trump bleibt unter Druck

US-Präsident will das Treffen mit dem Kremlchef unbedingt als Erfolg verkaufen, doch die Kritik daran reißt nicht ab.

Donald Trump fühlt sich von Medien häufig missverstanden. Foto: Andrew Harnik, AP
Donald Trump fühlt sich von Medien häufig missverstanden. Foto: Andrew Harnik, AP

Washington.US-Präsident Donald Trump bleibt wegen seines hoch umstrittenen Auftritts mit Kremlchef Wladimir Putin in Helsinki im eigenen Land unter Druck. „Ich denke, ich habe das bei der Pressekonferenz großartig gemacht“, sagte er in einem am Mittwochabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Senders CBS. Trump warf ihm gegenüber kritisch eingestellten Medien vor, ihn diskreditieren zu wollen. „Es sind Fake News“, sagte er.

„Man macht etwas Gutes und sie versuchen, es so schlecht wie möglich zu machen.“

Donald Trump

Trump hatte bei der Pressekonferenz beim Gipfel mit Putin am Montag öffentlich Erkenntnisse der US-Geheimdienste angezweifelt, dass sich Russland in die US-Wahlen 2016 eingemischt habe. Das Dementi Putins hatte er als „extrem stark und kraftvoll“ bezeichnet. Der US-Präsident war dafür in den USA über Parteigrenzen hinweg heftig angegangen worden. Er ruderte daraufhin zurück und sagte, er habe sich versprochen. Anschließend griff er seine Kritiker scharf an.

Hat sich Trump wieder „versprochen“?

Am Rande einer Kabinettssitzung im Weißen Haus am Mittwoch befeuerte Trump die Kontroverse dann erneut. Auf die Frage einer Reporterin, ob Russland die USA weiter im Visier habe, antwortete er mit „Nein“. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte später, das „Nein“ habe sich nicht auf die Frage nach den Russen bezogen. „Er glaubt, dass sie sicherlich wieder auf die US-Wahlen abzielen.“

„Das würde ich, weil er für das Land zuständig ist. Genauso, wie ich mich für verantwortlich halte für Dinge, die in diesem Land passieren.“

Donald Trump auf die Frage, ob er Putin für die Einmischung verantwortlich machen würde

In dem CBS-Interview sagte Trump, er habe Putin persönlich davor gewarnt, dass die USA Einmischungen in künftige US-Wahlen nicht tolerieren würden. „Ich habe ihn wissen lassen, dass wir das nicht dulden können“, sagte Trump. „Wir werden es nicht dulden.“ Auf die Frage, ob er Putin für die Einmischung bei der 2016 Wahl persönlich verantwortlich machen würde, antwortete er: „Das würde ich, weil er für das Land zuständig ist. Genauso, wie ich mich für verantwortlich halte für Dinge, die in diesem Land passieren.“

Trump rechnet mit Wahlsieg 2020

 US-Präsident Donald Trump (l) und der russische Präsident Wladimir Putin (r) geben sich nach der gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an ihr Treffen die Hand. Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa
US-Präsident Donald Trump (l) und der russische Präsident Wladimir Putin (r) geben sich nach der gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an ihr Treffen die Hand. Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa

Trump betonte zugleich, es habe keine Geheimabsprachen mit Russland gegeben. „Ich habe dieses Rennen leicht gewonnen“, sagte er. Trump zeigte sich überzeugt, dass er aus der Präsidentenwahl 2020 erneut als Sieger hervorgehen werde. „Ehrlich gesagt denke ich, dass 2020 sogar noch besser wird.“

Trump warf seinen Kritikern vor, sich auf die Frage der russischen Einmischung zu konzentrieren statt auf das eigentliche Gipfeltreffen mit Putin. „Ich denke, dass wir viel erreicht haben“, sagte er. „Es war ein sehr gutes Treffen.“ Dabei sei es unter anderem um die Nichtverbreitung von Atomwaffen, den Schutz von Israel und die nukleare Abrüstung Nordkoreas gegangen.

Konkrete Vereinbarungen gab es bei dem Gipfel nicht. Die oppositionellen Demokraten fordern Aufklärung darüber, was Trump in seinem mehr als zweistündigen Vieraugengespräch mit Putin besprochen hat. Sie verlangen unter anderem, dass der Kongress den anwesenden amerikanischen Übersetzer befragen darf.

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  • FH
    Franz Huber
    19.07.2018 23:13

    (Die dritte Rechtschreibfehlerbereinigte Version - sorry). Die martialischen internationalen Auftritte mit seinem Pokerface auf dem internationalen Parkett des (derzeitigen) amerikanischen Präsidenten lösen weltweit Verunsicherung aus. Das annullieren internationaler Vereinbarungen, die Beschimpfungen und Belehrungen von globalen Partner und die erpresserischen Drohungen und Ultimaten, hebeln die Weltordnung aus und sind sogar langfristig kontraproduktiv für die USA selbst. Hoffentlich setzt sich mehrheitlich in den USA die Erkenntnis durch, diesen temporären "Griff ins Klo" (Präsidentenwahl) zu korrigieren. Sonst heißt es nicht mehr "Amerika First", sondern "Amerika Alone". Dieser politische Führungsstil mit Deals und unberechenbaren Pokergebaren eines Immobilienmaklers ist nicht clever, sondern dumm und unwürdig für die USA. Liebe Bürger in den USA erkennen und korrigieren sie diesen einschneidenden Fehler mit euerem derzeitigen "Paranoia of Chief" mit den Mitteln der Demokratie. Es gibt sicher ein paar geeignete Kandidaten in euerem Land. – „God bless Amerika"!

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