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Samstag, 21. Juli 2018 28° 8

Migration

Rettungsschiff „Lifeline“ wartet weiter

Das Rettungsschiff harrt weiter der Erlaubnis zum Anlegen. Wird Merkel mitten im Asylstreit Migranten vom Schiff aufnehmen?

Gerettete Flüchtlinge sitzen an Bord der „Lifeline“. Foto: Felix Weiss/Mission Lifeline/AP
Gerettete Flüchtlinge sitzen an Bord der „Lifeline“. Foto: Felix Weiss/Mission Lifeline/AP

Valletta.Das deutsche Rettungsschiff „Lifeline“ wartet auf dem Mittelmeer immer noch auf die Einfahrt in einen Hafen Maltas. Die Hilfsorganisation Mission Lifeline aus Dresden erklärte am Dienstagabend via Twitter, bisher habe das Schiff mit rund 230 Migranten und 17 deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord keine Erlaubnis zum Einlaufen in die Hoheitsgewässer des EU-Inselstaats erhalten. Zudem wurde Kritik an der Bundesregierung laut, die sich zu dem Fall noch nicht geäußert hat.

Die „Liefeline“ im Mittelmeer unweit von Malta. Foto: Hermine Poschmann/Mission Lifeline
Die „Liefeline“ im Mittelmeer unweit von Malta. Foto: Hermine Poschmann/Mission Lifeline

Malta hatte angekündigt, das Schiff nur einlaufen zu lassen, wenn die Flüchtlinge an Bord unter den EU-Staaten aufgeteilt würden. Vier Staaten hätten sich dazu bereit erklärt, teilte die Regierung in Valletta mit. Italien und Frankreich hatten ihre Hilfe schon bestätigt. Neben Malta selbst soll das vierte „willige“ Land Portugal sein, wie informierte Kreise in Malta der dpa erklärten.

Besonders Deutschland ziert sich

Drei andere Staaten, darunter Deutschland, die Niederlande und Spanien, prüften eine Einwilligung noch, hieß es. Probleme gebe es besonders mit Deutschland. Das Bundesinnenministerium antwortete am Dienstag nicht auf die Anfrage, ob Deutschland auch Flüchtlinge von dem Schiff übernehmen werde.

Rettungsschiff «Lifeline» wartet weiter

Die „Lifeline“ hatte die Migranten am Donnerstag vor der libyschen Küste gerettet und wartet seitdem auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Von NGOs und Oppositionspolitikern kam Kritik, dass der unionsinterne Asylstreit zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) auf dem Rücken der Menschen an Bord der „Lifeline“ ausgetragen werde.

„Das Schicksal der Menschen auf der Lifeline, die nach wie vor nicht in Malta einlaufen kann, liegt bei Horst Seehofer, der die Kooperation verweigert“

Hilfsorganisation Sea-Watch auf Twitter

Die Stadt Berlin und das Land Schleswig-Holstein hätten sich hilfsbereit gezeigt, erklärte die ebenfalls im Mittelmeer aktive Hilfsorganisation Sea-Watch auf Twitter. „Das Schicksal der Menschen auf der Lifeline, die nach wie vor nicht in Malta einlaufen kann, liegt bei Horst Seehofer, der die Kooperation verweigert.“

Das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ durfte inzwischen auf Sizilien anlegen. Foto: Salvatore Cavalli/AP
Das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ durfte inzwischen auf Sizilien anlegen. Foto: Salvatore Cavalli/AP

Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten Manuel Sarrazin, der am Montag an Bord des Schiffes war, hängt die Lösung für die „Lifeline“ nur noch an der Bundesregierung. „Wenn Deutschland sich an Verteilung der 234 Menschen an Bord beteiligt, steht der Deal“, schrieb Sarrazin auf Twitter. Ohne Deutschland sei Malta nicht bereit zu helfen. Sarrazins Fazit: „Diese CSU spielt mit dem Schicksal der Menschen.“

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