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Kriminalität

Russland weist auch Deutsche aus

Nachdem mehr als 14 EU-Länder russische Diplomaten ausgewiesen haben, schlägt Russland jetzt zurück – auch gegen Deutschland.

Sergej Lawrow, Außenminister von Russland, spricht bei einer Pressekonferenz. Als Reaktion auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Dutzenden Ländern will Russland unter anderem 60 US-Diplomaten des Landes verweisen und das US-Generalkonsulat in St. Petersburg schließen. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
Sergej Lawrow, Außenminister von Russland, spricht bei einer Pressekonferenz. Als Reaktion auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Dutzenden Ländern will Russland unter anderem 60 US-Diplomaten des Landes verweisen und das US-Generalkonsulat in St. Petersburg schließen. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Moskau.Russland hat diplomatische Vergeltung für die Ausweisung seiner Diplomaten aus westlichen Ländern angekündigt: Außenminister Sergej Lawrow teilte am Donnerstagabend in Moskau mit, dass 60 US-Diplomaten das Land verlassen müssten. Zudem werde das US-Konsulat in St. Petersburg geschlossen. Der Minister stellte „symmetrische Maßnahmen“ gegen alle weiteren Länder in Aussicht, die Russen ausgewiesen haben – dies bedeutet, dass nun vier deutsche Diplomaten mit Ausweisung rechnen müssen.

Russland hat im Streit mit dem Westen im Fall um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal auch vier Angehörige der deutschen Botschaft ausgewiesen. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag mit.

Lawrow sagte weiter, er habe den US-Botschafter über „Vergeltungsmaßnahmen“ informiert. Damit reagiere Russland auf die Ausweisung von 60 seiner Diplomaten aus den USA und die Schließung seines Konsulats in Seattle im Zuge der Affäre um den Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien.


Weitere Länder könnten in Russlands Visier geraten

Der russische Außenminister kündigte die Ausweitung der Vergeltungsmaßnahmen mit gleicher Münze auf weitere Länder an: „Was die anderen Länder angeht, wird es symmetrische Maßnahmen geben, was die Zahl der Menschen angeht, die ihre diplomatischen Posten in Russland verlassen müssen.“

Nach dem Giftanschlag am 4. März in Großbritannien haben insgesamt 26 Staaten die Ausreise von russischen Diplomaten angeordnet. Deutschland wies vier von ihnen aus. Auch die Nato entzog sieben russischen Diplomaten die Akkreditierung. Insgesamt sind fast 150 Russen von den Ausweisungen betroffen, darunter 23 in Großbritannien.

Die britische Regierung macht Russland für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter Julia verantwortlich. Moskau weist dies zurück. Lawrow kritisierte die Ausweisungen russischer Diplomaten am Donnerstag erneut als „absolut inakzeptable Handlungen“. Er warf den USA und Großbritannien vor, „groben Druck“ auf andere Länder ausgeübt zu haben, um diese auf einen „anti-russischen Kurs“ zu zwingen.

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