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Kriminalität

Schüsse bei Youtube: Täterin ist tot

Eine Frau eröffnete das Feuer im kalifornischen San Bruno. Sie verletzte vier Menschen und erschoss sich vermutlich selbst.

Die Polizei warnte per Twitter vor einem Schützen bei der Youtube-Zentrale in Kalifornien. Foto: afp
Die Polizei warnte per Twitter vor einem Schützen bei der Youtube-Zentrale in Kalifornien. Foto: afp

San Bruno.Wenige Wochen nach dem Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten kommt es in den USA erneut zu Schusswaffengewalt. In der Zentrale des Internet-Unternehmens Youtube in Kalifornien schoss eine offenbar frustrierte Youtube-Nutzerin um sich. Dabei verletzte sie drei Menschen und tötete sich dann vermutlich selbst. Die genauen Hintergründe für den Vorfall am Dienstagmittag (Ortszeit) in San Bruno nahe San Francisco waren aber zunächst noch unklar. Die Angreiferin war laut Polizei 39 Jahre alt. Auf der Videoplattform betrieb die Aktivistin mehrere Kanäle und veröffentlichte unter anderem Tierrechts- und Fitnessclips. Zuletzt hatte sie sich unter anderem über eine vermeintliche Zensur ihrer Videos beschwert.

Um die Mittagszeit gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein, nachdem die ersten Schüsse gefallen waren. Angestellte verbarrikadierten sich in Büroräumen. Andere flüchteten aus dem Gebäude. Augenzeugen beschrieben panische Momente. Die drei Schussopfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ein 36-jähriger Mann, befand sich Medienberichten zufolge in kritischem Zustand. Auch zwei Frauen, 27 und 32 Jahre alt, erlitten Schusswunden. Ein vierter Verletzter habe sich auf der Flucht den Knöchel verdreht, berichtete ABC7, der örtliche TV-Sender von ABC News in Los Angeles.

Entwarnung erst nach Stunden

„Es war sehr chaotisch“, beschrieb der Polizeichef von San Bruno, Ed Barbarini, die Szene vor Ort. Hunderte Menschen strömten aus dem Gebäude, teilweise mit erhobenen Händen. Sie wurden von Beamten nach Waffen durchsucht. Einsatzteams durchkämmten den Komplex. Erst nach mehreren Stunden kam die Entwarnung, dass den Beschäftigten der Google-Schwesterfirma keine weitere Gefahr drohte.

Die 39-Jährige sei in dem Komplex von der Polizei gefunden worden, teilten die Ermittler mit. Sie habe sich vermutlich selbst umgebracht, hieß es. Laut Medienberichten gab die Frau mindestens 40 Schüsse ab, bevor sie sich selbst getötet habe.

Privates Motiv

Nach Angaben der Polizei wohnte sie im südkalifornischen San Diego. Laut Medienberichten stammt sie aus dem Iran. Die Beamten haben bisher keine Belege dafür, dass die mutmaßliche Schützin ihre Opfer kannte oder sie gezielt ausgesucht hatte. Ihr Vater sagte der Zeitungsgruppe Bay Area News Group, seine Tochter habe sich geärgert, dass Youtube sie nicht mehr für ihre Videoinhalte bezahlt habe. Sie sei eine vegane Aktivistin gewesen, zitierte ihn die Zeitung „East Bay Times“, die zur Mediengruppe gehört.

Bei Youtube betrieb sie seit Jahren mehrere Accounts. Sie beschwerte sich in der Vergangenheit über eine angebliche Diskriminierung und Zensur ihrer Inhalte durch Youtube und verlinkte auf Videokanäle anderer Youtuber mit ähnlichen Problemen. Ihre Seiten auf Youtube, aber auch auf Facebook und Instagram sind inzwischen gesperrt.

Pichai, Wojcicki, Trump, Cook und Dorsey sprechen Mitgefühl aus

Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete den Vorfall als einen „schrecklichen Akt von Gewalt“. Viele Mitarbeiter stünden unter Schock. Er sagte den Betroffenen Hilfe zu, um diese „unvorstellbare Tragödie“ zu überwinden. Youtube-Chefin Susan Wojcicki dankte den Einsatzkräften für die schnelle Reaktion auf den Vorfall. „Wir sind in Gedanken bei allen, die heute verletzt wurden und betroffen waren“, schrieb Wojcicki auf Twitter.

Die Behörden gehen nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus. Die Leitung der Ermittlungen habe die Polizei San Bruno, teilte die Bundespolizei FBI mit. Dies wird als Zeichen gewertet, dass es sich nicht um einen Angriff gegen den Staat handelt. US-Präsident Donald Trump erklärte, seine „Gedanken und Gebete“ seien bei denen, die in die Tat in San Bruno verwickelt seien. „Danke an unsere phänomenalen Polizisten und Ersthelfer, die derzeit am Tatort sind“, schrieb er auf Twitter. Auch Apple-Chef Tim Cook und Twitter-Gründer Jack Dorsey sprachen den Opfern und ihren Familien ihr Mitgefühl aus. „Ich kann mir nicht vorstellen, was unsere Freunde bei Youtube jetzt fühlen und womit sie fertig werden müssen. Wir sind da für euch, eure Familien und Freunde“, schrieb Dorsey auf Twitter.

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