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Stabilität und Planbarkeit

Die Politik hat in der jüngeren Vergangenheit das Thema Wohneigentum vernachlässigt. Ein Ausschuss lässt hoffen.
Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum

Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum
Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum

Die Politik hat in der jüngeren Vergangenheit das Thema Wohneigentum sträflich vernachlässigt. Wenn überhaupt an Immobilien gedacht wurde, lag der Fokus auf Mietwohnungen. Binnenwanderung führte zu sogenannten schrumpfenden Gebieten einerseits und zu steigendem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in attraktiven Ballungsgebieten andererseits. Zudem galt es seit 2015, die Herausforderungen der Migrationsströme zu meistern. Wen wundert es, dass dabei das Thema Wohneigentum, insbesondere das selbst genutzte Wohneigentum, im politischen Alltag unterging?

Die Wohnungspolitik nach 1945 erkannte sehr schnell, wie prägend die Wohn- und Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger sich auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auf die Integration Fremder auswirken. Der Staat erkannte, dass die Verantwortung für das Eigentum auch die Verantwortung für das Gemeinwesen, in dem man lebt, fördert.

Auch heute sind die eigenen vier Wände mehr als nur ein Dach überm Kopf. Sie sind Zentrum des Familienlebens, eine ernstzunehmende Altersvorsorge und bieten Schutz und Sicherheit, auch in bewegten Zeiten. „Wohneigentümer“ entwickeln regelmäßig ein Wir-Gefühl mit vielen Auswirkungen in nahezu alle Lebensbereiche. Das muss gefördert werden, sei es, wie in der Vergangenheit im Rahmen des § 10 des Einkommensteuergesetzes, oder wie jüngst beschlossen mit einem Baukindergeld. Zuschüsse für altersgerechten Umbau zeigen, dass die Politik auf Eigeninitiative setzt. Viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger wollen so lang wie es nur irgend geht in ihren eigenen vier Wänden leben können – dort, wo sie sich zeitlebens wohlgefühlt haben.

Andererseits schauen alle Wohneigentümer mit Sorge auf die angekündigten Maßnahmen, die bis 2019 einzuführen sind, um die Klimaschutzziele 2030 im Wohngebäudebereich zu erreichen. Diese müssen Fördermaßnahmen in Milliardenhöhe unterstützen.

Der neue „Bundestagsausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen“ lässt darauf hoffen, dass sich die Politik ein kompetentes Gremium geschaffen hat, die anstehenden Probleme konsequent abzuarbeiten. Stabilität, Planbarkeit, Wirtschaftlichkeit, das sind die Grundpfeiler effektiver Wohnungspolitik.

Der Autor ist Präsident des Verbands Wohneigentum.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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