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Stiftungen als Vorbild sehen

Stiftungen verfolgen auf den ersten Blick eine langweilige Anlagepolitik. Doch Privatinvestoren können sich etwas abschauen.
Von Frank Wieser, Finanzexperte

Regensburg.Wer sein Geld bei der Bank oder Sparkasse auf dem Konto parkt, gehört derzeit zu den Verlierern. Was tun? Der Blick auf die Vermögensanlage von Stiftungen lohnt sich. Auf den ersten Blick verfolgen Stiftungen eine langweilige Anlagepolitik: Überschaubares Risiko, Ausschüttungen, langfristiger Anlagehorizont. Doch – Moment! Das sind doch Ziele, die private Anleger auch oft haben. Also: Was genau machen Stiftungen anders und wie kann der normale Investor es nachmachen?

1. Absolute Kostendisziplin: Es spielt eine erhebliche Rolle, was die Geldanlage letztlich kostet. Die Quote sämtlicher Kosten sollte unter einem Prozent liegen. Gegen jedes weitere Kostenprozent muss man schlussendlich anverdienen, doch das geht in einer Nullzinswelt nur mit mehr Risiko.

2. Fokus auf echte Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit wird derzeit zu einem der maßgeblichsten Einflussfaktoren aller Wirtschaftsbereiche. Stiftungen haben schon immer in Generationen gedacht, auch ihre Anlagepolitik ist deshalb nachhaltig. Bislang genügen aber nur die wenigsten der sogenannten nachhaltigen Fonds strengeren Anforderungen. Meist erfüllen sie nur minimalsten Forderungen, indem sie beispielsweise Unternehmen ausschließen, die Kinderarbeit in ihrer Produktionskette tolerieren. Besser ist es, auf Unternehmen zu setzen, die einen echten, positiven Einfluss auf Wirtschaft und Soziales haben.

3. Optimale Mischung: Eine gut diversifizierte Geldanlage schützt gegen Schwankungen und sorgt für stabile Ausschüttungen. So banal das klingt, so schwierig ist die Umsetzung: Titel aus verschiedenen Währungs- und Wirtschaftsräumen müssen gekonnt zusammengestellt werden. Große Stiftungen prüfen ihr Vermögen regelmäßig über Stresstests, die Börsencrashs simulieren, um festzustellen, wie sich die Kursdellen auf die Rendite auswirken. Kreditinstitute diskutieren ihre Gebühren nur ungern mit Privatanlegern. Auch Nachhaltigkeitsprüfung und Stresstest bleiben privaten Anlegern verschlossen.

Die Lösung: Es gibt inzwischen echte „Stiftungsfonds“, die all diese Möglichkeiten ausschöpfen und die auch der ganz normale private Investor erwerben kann. Wenn man sein Geld hier anlegt, sitzt man mit den Profis in einem Boot und profitiert von ihrer Professionalität und ihren Kostenvorteilen, ohne selbst Profi zu sein.

Der Autor entwickelt mit der Haus des Stiftens gGmbH die Vermögenspooling-Fonds.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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