MyMz

Aussenansicht

Tieropfer sind nicht nötig

Die Zahl der Tiere, die für Forschungszwecke herhalten müssen, bleibt hoch. Andere Länder machen den Ausstieg vor.
Von Tierärztin Gaby Neumann

Gaby Neumann ist promovierte Tierärztin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche e.V. Foto: AegT / Neumann
Gaby Neumann ist promovierte Tierärztin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche e.V. Foto: AegT / Neumann

Regensburg.Wie die aktuelle Tierversuchsstatistik vom Bundeslandwirtschaftsministerium zeigt, bleibt die Zahl der für Forschungszwecke verwendeten Tiere seit Jahren auf einem hohen Niveau von rund 3 Millionen. In Deutschland ist seit 2002 Tierschutz als Staatsziel fest im Grundgesetz verankert. Dies spiegelt sich aber nicht in den vorliegenden Zahlen wieder. Wo ist das Strategiekonzept zum Ausstieg aus den Tierversuchen, wie es unsere Nachbarländer, die Niederlande und Belgien, vorgelegt haben?

Bei genauerer Betrachtung der Zahlen fällt der mit 5,6 Prozent extrem hohe Anteil von Versuchen mit dem Grad „schwer“ auf, das heißt mit besonders starken Leiden und Schmerzen verbundene Experimente. Die EU-Tierversuchs-Richtlinie ermöglicht ein Verbot solcher Versuche. Deutschland hat sich aber bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht darüber hinweggesetzt und erlaubt diese qualvollen Tierversuche. So werden Pavianen Herzen von genmanipulierten Schweinen eingepflanzt. Bei vielen Tiere bläht sich das Herz auf das Dreifache auf. Die Tiere leiden an Leberschäden, Atemnot und Herzversagen und sterben nach wenigen Tagen bis Wochen.

Aussenansicht

Mehr Platz für die Schweine

Eine Normenkontrollklage soll den Umgang mit den Tieren prüfen. Sie vegetieren in viel zu engen, reizarmen Ställen.

Insgesamt mussten 2017 3500 Affen in Versuchen leiden. Sieht man von der ethischen Problematik, unsere nächsten Verwandten für Versuchszwecke zu missbrauchen ab, belegen immer mehr Studien die schlechte Vergleichbarkeit von Affen und Menschen. Gerade wenn uns das Wohl der Menschen am Herzen liegt, sollten wir nicht mehr an mittelalterlichen Methoden wie dem Tierversuch festhalten. Heutzutage gibt es neben Patientenstudien, bildgebenden Verfahren, Computersimulation auch so wunderbare Methoden wie Multiorganchips oder Miniorgane. Dort nutzt man menschliche Zellen, die sich über den Weg der induzierten pluripotenten Stammzellen in verschiedene Körperzellen entwickeln können. Hier steht der Mensch im Fokus der Forschung und wenn man Zellen eines Kranken nimmt, sogar der Patient. Das ist personalisierte Forschung, für die kein Tieropfer notwendig ist! Die Frage ist, wann Deutschland die Zeichen der Zeit erkennt. Tierversuche sind teuer, dauern lange und bringen kaum für den Menschen relevante Ergebnisse. Dagegen gibt es humanbasierende Methoden, die günstiger, schneller und effektiver sind.

Hier geht es zur Politik.

Hier geht es zu unserem Special „Außenansicht“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht