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Sonntag, 22. Juli 2018 24° 4

Regierung

Trump schmeißt Sicherheitsberater raus

Trump dreht sein Personal-Karussell weiter: Nun fliegt sein Sicherheitsberater McMaster. Mit John Bolton kommt ein Hardliner.

Herbert Raymond McMaster winkt vor dem West Wing des Weißen Hauses. Er muss den Platz für seinen umstrittenen Nachfolger räumen. Foto: Susan Walsh/AP/dpa
Herbert Raymond McMaster winkt vor dem West Wing des Weißen Hauses. Er muss den Platz für seinen umstrittenen Nachfolger räumen. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Washington.US-Präsident Donald Trump nimmt erneut einen spektakulären Personalwechsel im Weißen Haus vor. Der als außenpolitische Hardliner bekannte frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, werde neuer Nationaler Sicherheitsberater, gab Trump in Washington bekannt. Er werde zum 9. April das Amt des als deutlich moderater eingestuften Herbert Raymond McMaster einnehmen.

McMaster, der noch General der US-Streitkräfte ist, gab bekannt, im Sommer auch aus dem Militär auszuscheiden. Spekulationen, wonach er eine Position als Vier-Sterne-General einnehmen könnte, erwiesen sich als nicht stichhaltig. Nach Angaben des Weißen Hauses war es eine gemeinsame Entscheidung. McMaster habe dem Land mehr als 30 Jahre lang gedient.

Skandale im Personal-Karussell

Trump hob McMasters Verdienste für neue Partnerschaften im Nahen Osten, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und bei der Nordkorea-Strategie hervor. Nach Angaben des Weißen Hauses hatte McMaster bereits seit Wochen mit Trump über eine Ablösung diskutiert. Öffentlich hatte Trumps Sprecherin Sarah Sanders noch vor einer Woche verkündet. „Es gibt keine Wechsel im Nationalen Sicherheitsrat.“

Erst vor wenigen Tagen war es zu einem erneuten Skandal im Weißen Haus gekommen, als Trump Wladimir Putin zum Wahlsieg gratulierte und bekannt wurde, dass ihm Berater einen gegenteilige Empfehlung gegeben hatten. Dass dies öffentlich wurde, könnte Trump McMaster angekreidet haben.

Bolton wird bereits der dritte Nationale Sicherheitsberater in der erst gut ein Jahr andauernden Amtszeit Donald Trumps. Nach nur wenigen Tagen im Amt hatte Michael Flynn im Zuge der Russland-Affäre gehen müssen, nachdem er die Unwahrheit gegenüber Vizepräsident Mike Pence gesagt hatte.

Der Neue ist umstritten

Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, war einer der glühendsten Verfechter des Irak-Kriegs. Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, war einer der glühendsten Verfechter des Irak-Kriegs. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Bolton gilt als außenpolitischer Hardliner, als sogenannter Falke. Während der Regierungszeit von Präsident George W. Bush war er einer der glühendsten Verfechter des Irak-Kriegs. Als Bush ihn für den Posten des UN-Botschafters nominierte, wandten sich mehr als 100 US-Diplomaten in einem offenen Brief gegen diese Wahl.

Die Personalie ist die zweite binnen weniger Tage, bei der Trump ein moderates Mitglied seiner Regierung durch einen Falken ersetzt. Erst vor kurzem hatte er sich von Außenminister Rex Tillerson getrennt. Nachfolger soll der erklärte Iran-Kritiker Mike Pompeo werden, bisher Direktor des Geheimdienstes CIA.

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