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Montag, 24. September 2018 15° 3

Handel

Trump: Zölle auf ausländische Autos

In seinen Rundumschlägen zum Schutz der US-Wirtschaft nimmt der US-Präsident jetzt ausländische Autobauer ins Visier.

US-Präsident Donald Trump zieht Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos in Erwägung. Foto: Evan Vucci
US-Präsident Donald Trump zieht Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos in Erwägung. Foto: Evan Vucci

Washington.Die US-Regierung prüft, Einfuhrzölle auf Autos zu verhängen. Das Handelsministerium in Washington leitete im Auftrag von Präsident Donald Trump eine entsprechende Untersuchung zur Frage ein, ob Importe von Fahrzeugen Belange der nationalen Sicherheit der USA berühren. Denselben Winkelzug hatte Trump bei den Strafzöllen für Stahl und Aluminium angewandt. Hohe Zölle für Autos und Autoteile würden besonders Deutschland und Japan treffen.

Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ über die Absichten der US-Regierung berichtet. Demnach zieht Washington neue Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos in Erwägung.

Aktien reagieren mit Kursabschlägen

An der Börse in Frankfurt reagierten die Aktien deutscher Hersteller und Zulieferer mit deutlichen Kursabschlägen. Kurz nach Handelsbeginn büßten die Papiere von BMW bis zu 2,6 Prozent ein, bei Daimler lag das Minus bei etwa 2,2 Prozent. Auch für VW ging es abwärts: Die Vorzugsaktien knickten zunächst um rund 1,9 Prozent ein, bei Continental betrug der Kursverlust 1,2 Prozent.

Donald Trump macht ernst. Video: dpa

US-Handelsminister Wilbur Ross informierte auch Verteidigungsminister James Mattis, wie aus einer in Washington verbreiteten Mitteilung hervorgeht. Eine solche Prüfung kann mehrere Monate dauern. „Es gibt Hinweise darauf, dass Importe aus dem Ausland jahrzehntelang unsere heimische Autoindustrie ausgehöhlt haben“, wird Ross zitiert. Die Frage sei, ob die Importe die Binnenwirtschaft schwächten und damit auch die nationale Sicherheit berührten. In diesem Fall haben Strafzölle eine größere Chance, ein mögliches Klageverfahren bei der Welthandelsorganisation WTO zu überstehen.

Importquote ist gestiegen

In den vergangenen 20 Jahren sei die Importquote bei Personenwagen von 32 Prozent auf 48 Prozent gewachsen, teilte das Ministerium weiter mit. Zwischen 1990 und 2017 sei die Beschäftigung bei den US-Autobauern um 22 Prozent gesunken, obwohl die Amerikaner mehr Autos kauften als früher. Dies könne die Innovationskraft und die Fähigkeit der technischen Entwicklung des Landes beeinträchtigen.

Die Europäische Union hofft auf eine Verhandlungslösung im Handelskonflikt mit den USA. „Wir müssen eine Lösung finden, die fair ist“, sagte Vizepräsident Jyrki Katainen in Brüssel. „Ich glaube, wir können eine Lösung finden, ich weiß nur nicht, wie schnell das geht.“

Katainen äußerte sich zu der Prüfung der Autozölle zurückhaltend, weil noch keine Einzelheiten bekannt seien. „Wenn die USA jetzt einseitig Autozölle erhöhen würden, wäre das offensichtlich gegen die Regeln der Welthandelsorganisation“, sagte er. Es sei im übrigen sehr schwer vorstellbar, dass europäische Autoimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohen könnten.

„Ich glaube, wir können eine Lösung finden, ich weiß nur nicht, wie schnell das geht.“

Jyrki Katainen, Vizepräsident der Europäischen Kommision

Katainen wiederholte gleichzeitig das Angebot der EU, über Handelsschranken zu verhandeln, sofern die USA zunächst eine dauerhafte Ausnahme von den bereits verhängten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium gewährten. Derzeit gilt eine befristete Ausnahme, die am 1. Juni ausläuft. Eine Einigung mit Washington ist nicht in Sicht.

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, David McAllister (CDU), nannte die Untersuchung zu den US-Einfuhrzöllen im Südwestrundfunk eine „bedauerliche Entwicklung“. Auch die USA würden am Ende „nur Nachteile“ von solchen Abgaben haben, meinte der frühere niedersächsische Ministerpräsident und Ex-Aufsichtsrat bei VW. Die EU-Staaten müssten nun geschlossen auftreten: „Wir setzen auf die Kraft des Arguments, sofern das bei diesem Präsident möglich ist.“

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