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Über Kurzarbeit und Steuer

Im Zuge der Corona-Krise hat die Bundesregierungdie Regelungen zum Kurzarbeitergeld weiter verbessert.
Von Christian Staller

Steuerexperte Christian Staller
Steuerexperte Christian Staller Foto: Fotoservice Italia/Fotoservice Italia

In der derzeitigen Corona-Krise ist die Kurzarbeit eine wirksame Hilfe, sowohl für viele Unternehmen als auch für deren Arbeitnehmer. Hauptziel der Kurzarbeit ist es, Unternehmen und damit Arbeitsplätze auch während der Krise zu erhalten. Im Zuge der Corona-Krise hat die Bundesregierung durch eine aktuelle Gesetzesänderung die Regelungen zum Kurzarbeitergeld weiter verbessert. Der Arbeitsausfall muss nur noch zehn Prozent der Arbeitnehmer betreffen. Für die Höhe des Kurzarbeitergeldes ist die bisherige Vergütung des Arbeitnehmers ausschlaggebend. Die geleistete Arbeit vergütet der Arbeitgeber wie bisher. Die Agentur für Arbeit übernimmt 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent; ab dem 4. Monat des Bezugs wird die Quote auf 70 bzw. 77 Prozent angehoben, ab dem 7. Monate auf 80 bzw. 87 Prozent.

Das Kurzarbeitergeld wird vom Arbeitgeber beantragt. Es ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das führt dazu, dass sich der Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen erhöht und dadurch die Einkommensteuer insgesamt steigt. Was aber auf jeden Fall erfreulich ist: Sofern ein Arbeitgeber einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld zahlt, um die finanziellen Verluste des Arbeitnehmers – teilweise – auszugleichen, so ist dieser bis zum 31. Dezember 2020 steuerfrei.

Erhöhter Beratungsbedarf

Für Arbeitnehmer entsteht aufgrund des Kurzarbeitergeldes erhöhter Beratungsbedarf. So kann eine Einzelveranlagung für Ehegatten insgesamt vorteilhaft sein, wenn einer der Ehegatten Kurzarbeitergeld erhält, der andere jedoch keine Lohnersatzleistungen bezieht. Auch ist der Arbeitnehmer auf jeden Fall verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn dieser Kurzarbeitergeld in Höhe von mehr als 410 Euro jährlich erhält. Aber auch durch eine geeignete Wahl der Steuerklassen kann bereits das Kurzarbeitergeld erhöht werden.

Für Arbeitnehmer sind dabei die Lohnsteuerhilfevereine geeignete Ansprechpartner. Im Rahmen einer Mitgliedschaft können sie sich beim Vorliegen von Einkünften nach Paragraph 4 Nr. 11 StBerG umfassend beraten lassen. Hierfür ist lediglich ein nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelter Jahresbeitrag zu entrichten. Auch die derzeitigen Gesetzesänderungen behalten unsere geschulten Beratungsstellenleiter im Auge.

Der Autor ist Vorstand der Partnervereine Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. und Altbayerischer Lohnsteuerhilfeverein e. V.

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