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Wirtschaft

Übersetzer bleiben gefragt

Trotz des Hypes um künstliche Intelligenz: Sprachdienstleister aus Fleisch und Blut sind nicht zu ersetzen.
Von Manuela Wilpert, Sprachexpertin

Von Manuela Wilpert, Sprachexpertin Foto: Wilpert
Von Manuela Wilpert, Sprachexpertin Foto: Wilpert

Regensburg.Brauchen wir menschliche Intelligenz noch? Mehr denn je – auch wenn der Hype um künstliche Intelligenz und die maschinelle Übersetzung einen anderen Eindruck erweckt. Apps für die maschinelle Übersetzung sind in aller Munde. Schon stellen manche die Zukunft menschlicher Übersetzer und Dolmetscher infrage, oft wird gar ein Aussterben der Berufe prophezeit.

Im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) löst das Verwunderung aus. Denn im Zuge der Globalisierung kann man weltweit einen steigenden Bedarf an Sprachdienstleistungen verzeichnen. Damit sich die Textmengen überhaupt bewältigen lassen, sind zunehmend automatisierte Prozesse als Werkzeug für Profis gefragt. Hier kommt die maschinelle Übersetzung ins Spiel. Das heißt jedoch nicht, dass Sprachexperten aus Fleisch und Blut bald nicht mehr gebraucht werden.

Der Teufel steckt im Detail

Maschinelle Übersetzungen sind heute dank riesiger digitaler Datenbestände und neuronaler Netzwerke deutlich besser als noch vor Jahren. Doch der Teufel liegt im Detail. Auch wenn sich die produzierten Texte auf den ersten Blick häufig gut lesen, verstecken sich darin in vielen Fällen gravierende Fehler. Im privaten Bereich mag dies nicht so schlimm sein – und oft für Belustigung sorgen. Wenn es allerdings um geschäftskritische, gesundheitsrelevante oder lebenswichtige Texte geht, hört der Spaß schnell auf. Hier sind Profis gefragt, um schwerwiegende Konsequenzen wie Personen-, Sach- oder auch Imageschäden zu vermeiden.

Sprachdienstleister spezialisieren sich heute verstärkt. In der Justiz und der Medizin etwa sind komplexe Fachtexte zu übersetzen und zu verdolmetschen. Dort können feine Nuancen und Fehler, die nur ein qualifizierter Sprachprofi erkennen kann, fatale Folgen haben. Aber auch im kreativen Bereich wie etwa im Marketing ist menschliche Intelligenz unübertroffen. Die Zukunft bleibt spannend. Nicht nur das Berufsbild der Dolmetscher und Übersetzer wandelt sich, auch die gesamte Arbeitswelt. Unser Berufszweig hat es immer wieder verstanden, sich neuen Bedingungen nicht nur anzupassen, sondern diese sinnvoll zu nutzen – und zwar unter Zuhilfenahme moderner Technologien und nicht im Wettlauf gegen sie.

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