MyMz

Regierung

Unionsstreit: Aufregung um Satire-Tweet

Ein Titanic-Redakteur hat unter einem Fake-Account die falsche Meldung verbreitet, CSU-Chef Seehofer kündige das Bündnis auf.

Den Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer nutzt das Satire-Magazin Titanic für einen Scherz. Foto: Odd Andersen/afp
Den Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer nutzt das Satire-Magazin Titanic für einen Scherz. Foto: Odd Andersen/afp

Berlin.Das Satiremagazin Titanic hat kurzzeitig mit einer Falschmeldung über ein angebliches Ende der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU für Aufsehen gesorgt. Unter einer gefälschten Absenderadresse des Hessischen Rundfunks verbreitete das Blatt am Freitag die Nachricht, CSU-Chef Horst Seehofer kündige „laut interner Bouffier-Mail Unionsbündnis mit CDU auf“.

Dazu stellte „Titanic“ ein Foto von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und das ebenfalls gefälschte Zitat „...müssen wir uns jetzt darauf vorbereiten, schon bei der nächsten Bundestagswahl mit einer neuen Bayern-CDU anzutreten“. Die vermeintliche heikle Neuigkeit schaffte es vorübergehend als Eilmeldung in verschiedene Medien.

Was war passiert? Der Titianic-Redakteur Moritz Hürtgen modelte seinen Twitter-Account so um, dass der Eindruck entstand, es handle sich um einen Account des Hessichen Rundfunks (HR). Der vermeintliche HR twitterte unter Berufung auf eine interne Mail des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, dass CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer das Bündnis mit der CDU aufkündigen wolle.

Nach kurzer Zeit nahmen mehrere Medien, die auf die Falschmeldung hereingefallen waren, die Nachricht wieder zurück. Nach etwa einer Stunde twitterte der Fake-Account „hr Tagesgeschehen“ einen deutlichen Hinweis: „‘hr Tagesgeschehen‘ empfiehlt allen politikinteressierten Bürgern eine TITANIC-Goldmitgliedschaft.“ Kurz darauf benannte er sich wieder um in „Moritz Hürtgen / hr Tagesgeschehen“.

Mehrere Unionspolitiker hatten die Meldung inzwischen dementiert. Der Nachrichtenagentur AFP sagte ein CSU-Sprecher unmittelbar auf Nachfrage zu der Meldung, diese sei „totaler Unsinn“. Auch CSU-Vorstandsmitglied Hans Michelbach sprach gegenüber AFP von „Fakenews“. Michelbach verwies darauf, dass Seehofer gar nicht im Alleingang die Fraktionsgemeinschaft aufkündigen könne – zu solch einem, allerdings nicht geplanten Schritt, sei immer ein Beschluss der Gremien nötig.

Lesen Sie außerdem: Zerreißprobe für die Union!

Mehr Politiknachrichten lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht