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Unternehmer werden gesucht

In einem Land mit wenigen Rohstoffen sind Gründer essenziell. Darum sollten Jugendliche den Traumberuf Unternehmer erwägen.
Von Hauke Schwiezer

Hauke Schwiezer, Unternehmer
Hauke Schwiezer, Unternehmer

Fragt man Jugendliche nach ihren Berufswünschen, so liegen in der Regel Polizist, Informatiker, Anwalt oder Arzt sehr weit oben auf der Beliebtheitsskala. Unternehmer? Fehlanzeige! In einem Land, das neben dem geistigen Kapital kaum mehr Rohstoffe zu bieten hat, sind Gründer und ein positives Gründerklima aber essenziell für die ständige Erneuerung und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Eine Studie des Global Entrepreneurship Monitors 2017/2018 hat den Zusammenhang zwischen der unternehmerischen Bildung bei Jugendlichen und der späteren Gründungsneigung in 54 Nationen untersucht. Festgestellt wurde, dass es bei den hochplatzierten Nationen nicht nur signifikant mehr Gründungen gibt, sondern das diese auch signifikant erfolgreicher sind. Deutschland belegt in diesem Ranking im Bereich unternehmerische Bildung an Schulen den schwachen 42. Platz.

„Wir sind uns sicher, dass Kindern viel früher die Optionen für ihre berufliche Zukunft aufgezeigt und sie in unternehmerischem Denken und Handeln geschult werden müssen.“

Dass sich das mittelfristig verändert, dafür setzt sich seit gut drei Jahren die Non-Profit-Initiative Startup Teens ein. Wir sind uns sicher, dass Kindern viel früher die Optionen für ihre berufliche Zukunft aufgezeigt und sie in unternehmerischem Denken und Handeln geschult werden müssen. Auch in Bayern braucht es nicht nur mehr Gründer, sondern auch mehr Unternehmensnachfolger und unternehmerisch denkende Angestellte. Startup Teens ist bewusst als außerschulisches Projekt konzipiert, erreicht Jugendliche unabhängig von der Schulform oder dem sozialen Background. Als digitales Projekt spricht es Schülerinnen und Schüler dort an, wo sie viel Zeit verbringen: im Netz.

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt der im Herbst 2018 ins Leben gerufene YouTube-Kanal. In nur vier Monaten stieg die Community auf mehr als 10 600 Abonnenten an, die jede Woche auf ein neues Video zum Thema Unternehmertum warten. Die Videos werden von den Gründern der erfolgreichsten Nachhilfeplattform Deutschlands – simpleclub – mit 2,5 Millionen Followern erstellt, beginnen gerne mal mit „Hey, Ihr Fritten ...“ und kommen in der Zielgruppe unglaublich gut an.

Weitere Bausteine sind ein Mentoren-Programm, Events und Ideen-Camps, wie im Mai wieder in München, und der höchstdotierte Businessplan-Wettbewerb in Deutschland. Noch bis 30. Mai 2019 läuft die Teilnahmefrist – die bayerischen Jugendlichen sind traditionell sehr stark vertreten.

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