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Unterstützung für Ex-Häftlinge

Hilfe nach der Haft ist wichtig für Entlassene, ob beim Eröffnen eines Bankkontos oder bei Suchtproblemen.
Prof. Dr. Thomas Beyer, Sozial-Experte

Prof. Dr. Thomas Beyer ist Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Bayern. Foto: Buttermilch
Prof. Dr. Thomas Beyer ist Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Bayern. Foto: Buttermilch

Der Rechtsstaat kennt die Strafe. Er kennt aber nach deren Verbüßung auch die Resozialisierung. Ehemalige Inhaftierte sollen auch im Interesse der Allgemeinheit wieder ihren Platz in der Gesellschaft finden. Beim oft schwierigen Weg zurück ins Leben nach manchmal langjähriger Haft helfen die Strafentlassenenhilfen. Dieser gern übersehene Bereich der sozialen Arbeit ist es wert, näher betrachtet zu werden.

Nach einem Gefängnisaufenthalt fällt es den Betroffenen oft nicht leicht, ihren Alltag wieder selbst zu bewältigen; z. B. um für sich und ihre Familien zu sorgen und mit Veränderungen technischer oder gesellschaftlicher Art zurechtzukommen, die es während der Haft „draußen“ gegeben hat.

Alltägliche und persönliche Herausforderungen

Eine Wohnung finden, um eine Arbeitsstelle annehmen zu können, ein Bankkonto einrichten, das Einwohnermeldeamt kontaktieren und vieles mehr gehört zu den Dingen, die ehemalige Inhaftierte zu erledigen haben. Hinzu kommen häufig persönliche Schwierigkeiten wie Sucht, psychische Probleme oder Schulden. Nicht zuletzt gilt es, nicht erneut straffällig zu werden.

All das nach der Zeit in der JVA alleine zu schaffen, kann überfordern. Deshalb ist es wichtig, dass Einrichtungen der Strafentlassenenhilfe mit Rat und Tat begleitend zur Seite stehen. Träger sind neben dem Bayerischen Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe e. V. häufig die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Beispielsweise die 1972 gegründete Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe (ZfS) in Nürnberg. Sie berät Menschen, die zeitnah aus der Haft entlassen werden sollen, aber auch bereits Entlassene und Menschen, denen die Inhaftierung droht. Sie bemüht sich um Hilfe zur Selbsthilfe wie der Umgang mit Behörden, Wohnungs- und Arbeitssuche, Unterstützung bei der Vermittlung einer Notunterkunft, Verhinderung weiterer Straffälligkeit. Menschen, die aus der Region stammen, sollen auch nach der Haft wieder dort leben können.

Hilfe in Regensburg

In Regensburg hilft die RBS Regensburger Beratungsstelle für Straffällige, Gefährdete und Angehörige. Hier sind auch Stadt und Landkreis mit im Trägerverbund.

Die Mitarbeitenden der Strafentlassenenhilfen sind es gewohnt, diskret zu handeln. Und doch sind sie wahre Brückenbauer zurück ins Leben. Ohne sie wäre eine Resozialisierung manchmal nicht möglich. Ihre Leistung verdient es öffentlich erwähnt und gewürdigt zu werden.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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