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Vom Recht auf eine Kindheit

1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention. Dreißig Jahre später bleibt noch viel zu tun.
Georg Graf Waldersee, Unternehmer

Georg Graf Waldersee ist Vorsitzender von Unicef Deutschland.
Georg Graf Waldersee ist Vorsitzender von Unicef Deutschland.

Drei Jahrzehnte nach der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention ist es Zeit, die Verwirklichung der Kinderrechte voranzutreiben. Die Kindheit ist die entscheidendste Phase im Leben eines jeden Menschen. Es ist eine Zeit, in der Kinder Liebe und Geborgenheit erfahren sollen, in der sie spielen, lernen und sich entwickeln und in der sie besonderen Schutz und Unterstützung brauchen.

Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit, die diesen Namen verdient. Das garantiert seit 1989 das „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes“. In den vergangenen Jahrzehnten hat die sogenannte UN-Kinderrechtskonvention dazu beigetragen, das Leben von Kindern zu verbessern. Doch noch immer fehlen Millionen Kindern auf der Welt elementare Dinge wie sauberes Wasser, medizinische Hilfe oder ausreichende Nahrung.

Arbeit, Heirat oder Krieg beenden die Kindheit zu früh

Für viele Mädchen und Jungen endet die Kindheit zu früh, weil sie gezwungen werden, einer gefährlichen Arbeit nachzugehen, zu heiraten oder in den Krieg zu ziehen. In vielen Ländern besteht eine erschreckende Kluft zwischen Kindern, die gut gefördert und behütet aufwachsen und denen, die keine faire Chance haben. Die ungleichen Startbedingungen werden durch tiefgreifende Veränderungen wie die Digitalisierung, den Klimawandel sowie Konflikte, Flucht und Migration noch verschärft.

Immer mehr Mädchen und Jungen wollen dies nicht länger hinnehmen und setzen sich für ihre Rechte und eine bessere Zukunft ein: Sie pochen auf ihr Recht auf Bildung, fordern ein Ende von Diskriminierung und Gewalt, demonstrieren für den Schutz des Klimas und rufen dazu auf, die digitale Welt sicherer zu machen. Ihr Engagement muss Ansporn für uns alle sein.

Kinderrechte ins Grundgesetz

Das Kinderrechtsjahr 2019 sollte alle Staats- und Regierungschefs veranlassen, ihr Bekenntnis zur umfassenden Verwirklichung der Kinderrechte zu erneuern. In Deutschland muss die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz vollzogen werden.

Eine zukunftsorientierte Politik stellt das Wohlergehen der Kinder in den Mittelpunkt und ermöglicht allen Kindern Zugang zu Bildung. Wir alle müssen die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hören, sie ernst nehmen, mit ihnen nach nachhaltigen Lösungen für die Zukunft suchen und uns entschlossen gegen Armut, Hunger und die fortschreitende Zerstörung unserer natürlichen Lebensräume einsetzen!

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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