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Walfang: Unnötig und grausam

Es ist schwer zu ertragen, dass die Welt internationale Vereinbarungen zum kommerziellen Walfang nicht besser durchsetzt.
Von Andreas Dinkelmeyer

Andreas Dinkelmeyer ist Pressesprecher des International Fund for Animal Welfare (IFAW)
Andreas Dinkelmeyer ist Pressesprecher des International Fund for Animal Welfare (IFAW)

Regensburg.Japans Walfang rund um die Antarktis ist nicht wissenschaftlich und sollte sofort beendet werden. Das fordern 40 Nationen in einer Protestnote an Japan, die Ende Dezember öffentlich wurde. Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Costa Rica, die Dominikanische Republik, die Europäische Union mit ihren 28 Mitgliedsstaaten, Mexiko, Neuseeland, Panama, Peru und Uruguay fordern in der Note Japan auf, seinen nicht genehmigten Wissenschaftswalfang in den Meeren um die Antarktis einzustellen.

Japans Walfang ist unnötig und grausam. Japan ignoriert hartnäckig internationale Vereinbarungen, das ist ein Skandal. Die Wale verenden nach einem langen, blutigen Todeskampf an den Harpunen. Japan muss endlich mit diesem Unsinn aufhören und diese Protestnote und ähnlich lautende Appelle ernst nehmen.

Im derzeit stattfindenden sogenannten wissenschaftlichen Walfang in der südlichen Hemisphäre hat sich Japan selbst eine Quote von bis zu 333 Zwergwalen gegeben. Erst im März war die Walfangflotte aus der letzten Jagdsaison im Süden zurückgekehrt, mit 333 toten Zwergwalen. Die Walfänger versuchen den größten Teil des Fleisches auf dem Markt und als Schulessen zu verkaufen. Japan versucht seinen Walfang als wissenschaftlich zu tarnen.

Island und Norwegen betreiben ganz offen kommerziellen Walfang. Dabei tötet Norwegen inzwischen mehr Zwergwale als Island und Japan zusammen. 2016 erlegten norwegische Walfänger 591 Tiere, Island 46 Zwergwale und Japan 488 Wale unterschiedlicher Arten. Alle drei Nationen haben größte Schwierigkeiten, das Fleisch an den Mann zu bringen.

Sprengharpunen zerfetzen also Wale, damit deren Fleisch in Tiefkühlhallen verdirbt. Das dürfen wir nicht weiter zulassen. Es ist schwer zu ertragen, dass die Welt die internationalen Vereinbarungen nicht besser durchsetzt. Wale sind wichtiger Bestandteil des Meeresökosystems und sind schon jetzt zunehmenden Umweltbelastungen ausgesetzt. Dazu gehören Plastik im Meer, die Überfischung, Lärm in den Ozeanen und auch der Klimawandel.

Viele Walpopulationen haben sich immer noch nicht vollständig vom weltweiten kommerziellen Walfang erholt. Weitere Informationen unter www.ifaw.org/deutschland/unsere-arbeit/wale-und-walfang.

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