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Zeit für ein Umdenken beim Plastik

Plastik ist überall und die Menge wird weiter steigen. Zum Schutz der Umwelt braucht Recycling einen monetären Anreiz.
Christian Schiller, Experte für digitale Kreislaufwirtschaft

Christian Schiller bietet als Unternehmer eine digitale Handelsplattform für Altplastik. Foto: Bertold Fabricius
Christian Schiller bietet als Unternehmer eine digitale Handelsplattform für Altplastik. Foto: Bertold Fabricius

Plastik ist überall. Ob im Chassis des Elektroautos, im Rotorblatt eines Windkraftwerks oder in der Medizintechnik. Kunststoffe haben das Leben der Menschheit ganz überwiegend verbessert.

Seit 1950 wurden mehr als acht Milliarden Tonnen Kunststoff produziert, eine Tonne pro Mensch. Zeithistoriker bezeichnen diese Epoche als das „Plastikzeitalter“.

Kunststoffmenge wird weiter zunehmen

Aber Plastik hat ein Problem. Trotz all seiner Vorzüge landet es zu oft in der Umwelt und den Weltmeeren. Von dort findet es als Mikroplastik seinen Weg zurück in den menschlichen Körper. Kunststoffprodukte, insbesondere Verpackungen, wurden selten vom Standpunkt des Recyclings aus konzipiert, sondern für die Anwendungsphase. Firmen wie Werner & Mertz, DM oder ALPLA Verpackungen sind hier rühmliche Ausnahmen zur Regel.

Trotz des steigenden Umweltbewusstseins wird die Kunststoffmenge bis 2030 weltweit um bis zu 40 Prozent zunehmen. Das liegt am wachsenden Wohlstand in breiten Teilen der Welt, aber auch der Zunahme des Online-Handels und einer immer größeren Zahl an Einzelhaushalten, die den Bedarf an kleinteiligeren Kunststoffverpackungen erhöhen.

Plastikabfall braucht einen Preis

Unternehmen und Initiativen, die Plastikmüll aus den Weltmeeren fischen wollen, verdienen Unterstützung. Solange aber der „Plastikhahn“ nicht abgestellt ist, bleiben diese Maßnahmen der sprichwörtliche Tropfen Wasser im Ozean.

Eine Umkehr kann nur gelingen, wenn wir Plastikabfällen bzw. recycelten Kunststoffen einen ökonomischen Wert beimessen. Durch einen monetären Anreiz zum Recycling würden Kunststoffe bestenfalls gar nicht mehr in der Verbrennung, im Export oder in der (oft unsachgemäßen) Deponierung landen. Denn: Was einen Wert hat, das wird nicht weggeworfen.

Konsumenten können klug kaufen

Reduce, Reuse, Recycle, also reduzieren, wiederbenutzen, recyceln – mit dieser Trias der Kreislaufwirtschaft kann es gelingen, zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Wertstoff Plastik zu gelangen. Das neue Verpackungsgesetz setzt hier die richtigen Akzente, insbesondere Markenartikler in die Pflicht zu nehmen, ihre Produkte mehr vom „Lebensende“ her zu konzipieren.

Wir Konsumenten können mit klugen Kaufentscheidungen, zum Beispiel dem Kauf von Produkten mit Verpackungen aus recyceltem Plastik, den Übergang zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ganz wesentlich mit beeinflussen.

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