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Tierschutz

Zweifelhafte Versuche an Tieren

Seit Jahrzehnten werden Behandlungsmethoden an Tieren erprobt. Doch beim Menschen funktioniert es dann nicht.
Christine Müller

Christine Müller ist Leiterin Aktionsgruppe München der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Christine Müller ist Leiterin Aktionsgruppe München der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Berlin.Angeblich sind Mäuse, Schweine, Affen und weitere Tierarten dem Menschen ähnlich und eignen sich zur Erforschung menschlicher Krankheiten.

Parkinson, Alzheimer oder Krebs werden in die Tiere hineingezüchtet und tatsächlich werden immer wieder für einige solcher sogenannten Tiermodelle Behandlungsmöglichkeiten gefunden. Auf diese Weise wurden Mäuse schon vor über 40 Jahren von Leukämie geheilt. Doch beim Menschen funktioniert es dann nicht. Der Mensch ist nun einmal keine genmanipulierte Maus. Tierexperimente schützen den Menschen keinesfalls vor unerwünschten Nebenwirkungen, denn der Versuch wird in der nächsten Testphase am Menschen angewendet – mit allen unabschätzbaren Risiken.

Der Ruhm eines Forschers wird jedoch an seinen erfolgreich behandelten Tiermodellen gemessen, auch wenn all diese Erkenntnisse dann für den kranken Menschen nicht umsetzbar sind. Doch genau das macht den Tierversuch so verführerisch für wissenschaftliche Karrieren. Tierfreie, menschenbasierte Forschungsmethoden mit Biochips, Zellkulturen und klinischer Untersuchung konstruieren ein menschliches Modell, welches nachweislich aussagekräftiger ist als Tiermodelle.

Obwohl diesen modernen Verfahren das Lebendige fehlt, sind sie systemrelevanter als der nie validierte Tierversuch. Natürlich wird auch eine Forschung ohne Tierversuche Schwierigkeiten haben, wirksame Behandlungsmethoden zu finden. Das liegt aber nicht daran, dass Tierversuche besser funktionieren, sondern dass die wahren Ursachen für Krankheiten und deren echte Heilung in vielen Fällen noch nicht geklärt sind. Die zahlreichen Erfolge in Tiermodellen täuschen und wecken vergebliche Hoffnung bei Patienten.

Am 24. April findet der internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche statt. Der Gedenk- und Aktionstag geht zurück auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz engagierte. In der Woche um den 24. April veranstalten Tierversuchsgegner weltweit Protestaktionen, denn Tierversuche sind ein höchstpersönliches Thema: Es geht um unsere Gesundheit, um unsere Steuergelder und um den Umgang mit den Tieren unserer Gesellschaft.

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