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Fragezeichen D

60 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert ist – auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze.

Wer waren die Mütter des Grundgesetzes?

Frieda Nadig und Elisabeth Selbert (beide SPD) sowie Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum). Sie gehörten – zusammen mit 61 Männern – dem Parlamentarischen Rat an. Die Abgeordneten aus den elf Ländern der westlichen Besatzungszonen arbeiteten mit fünf nicht stimmberechtigten Parlamentariern aus West-Berlin die Verfassung, das Grundgesetz, aus. Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verabschiedet.

Was hatte Bayern eigentlich gegen das Grundgesetz?

Es war den Bayern nicht föderal genug, sie fürchteten zu viel Einfluss des Bundes. Das Land stimmte dagegen. Bayern akzeptierte das Grundgesetz aber letztlich, da ihm mehr als zwei Drittel der Länder zustimmten. Am 23. Mai 1949 trat es in Kraft.

Warum hatte die Bundesrepublik zunächst keine Hymne?

Die Hymne war von den Nationalsozialisten („Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“) missbraucht worden. In der Nachkriegszeit erklangen bei offiziellen Besuchen immer wieder Schunkelschlager wie „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ – Trizone hießen die Besatzungsgebiete der drei Westmächte. Nach langem Zögern erklärte Bundespräsident Theodor Heuss am 6. Mai 1952 das Deutschlandlied wieder zur Hymne – die 3. Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit“ setzte sich schließlich durch.

Welcher Kanzler war am längsten im Amt?

Helmut Kohl (CDU) regierte vom 1. Oktober 1982 bis zum 26. Oktober 1998 – genau 16 Jahre und 25 Tage. Mit knapp drei Jahren (1. Dezember 1966 bis 20.Oktober 1969) regierte Kurt-Georg Kiesinger (CDU) als Kanzler der ersten großen Koalition am kürzesten.

Welcher Abgeordnete hatte das beste Sitzfleisch?

Richard Stücklen. Der CSU-Politiker war vom 7. September 1949 bis 20. Dezember 1990 genau 14961 Tage Mitglied des Bundestags. Von 1957 bis 1966 war er Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, von 1979 bis 1983 Bundestagspräsident.

Wer war die erste Bundesministerin?

Elisabeth Schwarzhaupt (CDU). Sie war die erste von bisher 30 Frauen in der Regierung. Von November 1961 bis Dezember 1966 leitete sie unter Konrad Adenauer und Ludwig Erhard das Gesundheitsministerium.

Wer brachte Blumen in den Bundestag?

Am 6. März 1983 zogen die Grünen in den Bundestag ein. Die etablierten Politiker von CDU, CSU, SPD und FDP empfanden es als Provokation, als überwiegend langhaarige, in Wollpullis gekleidete Abgeordnete der Grünen Sonnenblumen an ihren neuen Plätzen im Bundestag aufstellten und während der Sitzungen strickten.

Was haben deutsche Raucher mit Terrorismus zu tun?

Im Jahre 2002 beschloss die rot-grüne Koalition in Berlin zur Finanzierung der Terrorismus-Lasten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine Erhöhung der Tabak- und Versicherungssteuer.

Warum wurde Bonn überhaupt Hauptstadt?

Der Legende nach, weil Bonn für Kanzler Adenauer vom heimischen Rhöndorf am besten zu erreichen war. Der tiefere Grund war, dass Adenauer das favorisierte Frankfurt ablehnte, da dort auch die Amerikaner als Siegermacht ihre Basis hatten und er Distanz wollte.

Warum erhielt Armando Rodrigues de Sá ein Moped?

Der Italiener war der millionste Gastarbeiter. Er entstieg am 10. September 1964 in Köln-Deutz dem Zug. Nach der Unterzeichnung des ersten Gastarbeiterabkommens am 20. Dezember 1955 waren am 5. Januar 1956 die ersten Italiener eingetroffen. Heute leben rund 6,7 Millionen Ausländer in Deutschland – etwas mehr als acht Prozent der Bevölkerung.

Wie viele Mitarbeiter hatte die Stasi?

Auf insgesamt rund 180000 wird die Zahl der hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter in der DDR von 1950 bis 1989 geschätzt. Die Behörde von Stasi-Chef Erich Mielke stützte sich aber vor allem auf das Heer der Inoffiziellen Mitarbeiter (IM), die vielfach nicht als Spitzel zu erkennen waren. 1989 hatte die Stasi über 91000 hauptamtliche und 174000 informelle Mitarbeiter.

Warum wurde die DDR-Hymne zuletzt ohne Text gesungen?

Schon im Gründungsjahr 1949 hatte sich die DDR Johannes Robert Bechers „Auferstanden aus Ruinen“, vertont von Hanns Eisler, als Hymne zugelegt. Wegen einer einzigen Zeile durfte von 1972 an allerdings nur noch die Melodie intoniert werden. Die inkriminierte Passage erreichte 1989 auf dem Weg zur deutschen Einheit wieder Bedeutung: „Deutschland einig Vaterland“.

Wie hieß der NVA-Soldat, der in den Westen sprang?

Conrad Schumann. Der 19-jährige Unteroffizier der Nationalen Volksarmee bewachte am 15. August 1961 den Bau der Mauer an der Ecke Ruppiner/Bernauer Straße in Berlin. Noch im Sprung über die Stacheldrahtrolle streifte er seine Maschinenpistole ab und rannte weiter in einen zehn Meter entfernt stehenden Polizeiwagen im Westen, dessen Tür bereits geöffnet war. Das Foto des Fotografen Peter Leibing von Schumanns Flucht ging um die Welt.

Wie lang war die deutsch-deutsch Grenze?

Die innerdeutsche Grenze von der Lübecker Bucht bis zur deutsch-tschechischen Grenze bei Hof hatte eine Länge von knapp 1400 Kilometern. Hinzu kam die 155 Kilometer lange und vier Meter hohe Mauer um den Westteil Berlins.

Wie viele Menschen starben bei Fluchtversuchen aus der DDR?

Nach Angaben des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung starben zwischen 1961 und 1989 allein in Berlin 136 Menschen. Für Mauer und innerdeutsche Grenze insgesamt spricht die Forschungsstelle von 270 bis 780 Toten. Die Arbeitsgemeinschaft 13. August dagegen geht von weit mehr als 1300 Opfern aus.

Wer war der erste Deutsche im All?

Siegmund Jähn. Als erster Deutscher flog der Kosmonaut am 26. August 1978 mit dem sowjetischen Raumschiff Sojus 31 für die DDR ins Weltall. Zusammen mit dem Kommandanten koppelte er das Raumschiff an die sowjetische Orbitalstation Saljut 6 an und stieg in die Raumstation um.

Warum gab es eigene Pässe im Wendland?

Demonstranten im niedersächsischen Gorleben wehrten sich 1979 gegen eine Wiederaufbereitungsanlage und ein Endlager für abgebrannte Brennstäbe. Sie riefen die „Freie Republik Wendland“ aus und stellten den „Bürgern“ ihrer „Republik“ fiktive Pässe aus.

Was war riesengroß und kostete nur eine D-Mark?

Europas größter Wohnungsbaukonzern Neue Heimat (NH). NH-Chef Albert Vietor hatte mit gewagten Grundstücksspekulationen Europas größten Wohnungsbaukonzern in eine Schieflage gebracht und in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Skandal riss tiefe Löcher in die Kassen der Gewerkschaft. 1986 verkaufte die Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft AG (BGAG) die NH für den symbolischen Betrag von einer D-Mark an den Berliner Großbäcker Horst Schiesser. Wenige Wochen später musste sie den Konzern allerdings ebenfalls für eine Mark wieder zurücknehmen – die Gläubiger spielten nicht mit.

Was war der erfolgreichste Ost-Import in den Westen?

Der Grüne Pfeil an der Ampel, der – nach vorherigem Stopp – das Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt. Die zunächst nur in Ostdeutschland praktizierte Regelung wurde 1994 bundesweit eingeführt. Oft sorgt er immer noch für Verwirrung.

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