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Miltacher im Gespräch mit syrischen Flüchtlingen

Im Pfarrheim erfuhren die Besucher, welche Erfahrungen die Asylbewerber mit Integration machen und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben.

Konversation als Weg der Integration: Das 2. Treffen des Helferkreises im Pfarrheim machte es möglich.
Konversation als Weg der Integration: Das 2. Treffen des Helferkreises im Pfarrheim machte es möglich. Foto: cpj

Miltach. Der Miltacher Helferkreis hat die Miltacher Bevölkerung und die Neubürger aus Syrien zum zweiten Treffen in das Pfarrheim eingeladen, um in lockerer Atmosphäre jedem Gelegenheit zu bieten, sich näher kennenzulernen und etwas über die Hintergründe ihrer Flucht sowie ihre jetzige Lebenssituationen zu erfahren.

Maria Kreis begrüßte dazu auch Bürgermeister Johann Aumeier und 3.Bürgermeister Günter Schmauder. Pfarrer Augustin Sperl äußerte sich an dem Nachmittag etwas enttäuscht, dass sich unter den Neubürgern aus Syrien keine christliche Familie befand, obwohl in Syrien viele Christen beheimatet und von der Terrormiliz verfolgt würden.

Maria Kreis dankte allen Unterstützern, denn ohne ihre Mitarbeit seien die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen. Ihr Dank galt auch den Spendern von Möbeln, Wäsche und anderen Utensilien des täglichen Lebens, was den Flüchtlingen ein menschenwürdiges Wohnen ermögliche. Der Helferkreis sei weiterhin auf Sachspenden angewiesen.

Es zeigte sich an diesem Nachmittag, dass unzureichende Sprachkenntnisse für die meisten Neubürger ein großes Hindernis im Alltag sind. Wie die jungen Syrer berichteten, besuchen sie zwar Sprachkurse, doch das Lernen gehe nicht so schnell. Ein weiteres Problem seien die auf der Flucht verloren gegangenen Papiere.

Rudi Wittmann aus Blaibach – er nahm eine syrische Familie mit zwei Kindern auf – berichtete, der sehnlichste Wunsch des Familienvaters sei es, wieder in seinem Beruf als Kraftfahrer arbeiten zu können. Allerdings sei der Nachweis der Fahrerlaubnis abhanden gekommen. Aber Rudi Wittmann war sich sicher, dass sein syrischer Mitbewohner demnächst die Fahrprüfung bestehen wird.

Dass sich die Integration über einen längeren Zeitraum hinziehen wird, war jedem bewusst, aber es gebe auch positive Ansätze hierbei. So berichtete Rudi Wittmann aus Blaibach weiter, dass sich seine syrische Familie in der Zwischenzeit in der Blaibacher Schützengesellschaft und bei den Bogenschützen erfolgreich einbringen und mit ihren sportlichen Leistungen die Mitglieder überzeugen konnte.

Schritte der Annäherung – wenn auch kleine – gibt es auch in Miltach. Seit einiger Zeit besuchen fünf syrische Kinder den hiesigen Kindergarten „St. Martin“. Und wie die Leitung der Einrichtung berichten konnte, gebe es hierbei keinerlei Probleme.

So haben zum Beispiel die moslemischen Eltern keine Einwände, wenn sich ihr Nachwuchs an christlich geprägten Auftritten wie beim musikalischen Reigen „Ich schenke dir einen Stern“ während des Miltacher Adventsmarktes 2016 oder beim Überbingen der christlichen Glück- und Segenswünsche für 2017 im Miltacher Rathaus in christlicher Ausstattung teilnahmen. Auch beim Kinderfasching nahm der moslemische Nachwuchs kostümiert teil. Demnächst ist ein weiteres Treffen mit den Neubürgern vorgesehen, das wie in Chamerau unter der Bezeichnung „Café International“ stattfinden soll. (cpj)

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