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Ausbau der Asylunterkünfte wird gestoppt

Der Landkreis Kelheim legt die Pläne für seine Liegenschaften in Abensberg und Riedenburg auf Eis – aus zweierlei Gründen.
Von Martina Hutzler

Die staatliche Gemeinschaftsunterkunft im alten Landratsamt Riedenburg wird vorerst nicht ausgebaut.
Die staatliche Gemeinschaftsunterkunft im alten Landratsamt Riedenburg wird vorerst nicht ausgebaut. Foto: epk/Archiv

Kelheim.Das alte Landratsamt in Riedenburg und ein Teilgebäude der ehemaligen Berufsschule Abensberg werden vorerst nicht zu Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber ausgebaut: Der Landkreis als Eigentümer der Liegenschaften hat die Planungen dafür gestoppt, erfuhr am Montag der Kreisausschuss des Kreistags. Gründe sind die gestiegenen Kostenschätzungen in Verbindung mit den gesunkenen Flüchtlingszahlen.

In beiden Objekte leben bereits jetzt Flüchtlinge. In Riedenburg sollten weitere 65 Plätze geschaffen werden, in Abensberg weitere 60; jeweils in Form einer vom Staat betriebenen – sprich: an die Regierung von Niederbayern vermieteten – Gemeinschaftsunterkunft.

Doch in Riedenburg stieg die anfängliche Baukosten-Schätzung von 640 000 Euro nach genauerer Berechnung auf rund einer Million, berichtete Kämmerer Reinhard Schmidbauer. In Abensberg verdoppelte sich die Berechnung gar von 0,42 auf 0,84 Millionen Euro; das sei nicht mehr wirtschaftlich. Als Grund nannte Schmidbauer unter anderem hohe Brandschutz-Anforderungen. Die Verteuerung und das staatliche Bestreben, die sinkenden Flüchtlingszahlen zum Aushandeln günstigerer Mietkonditionen zu nutzen, führten zum Stopp der Landkreis-Baupläne. Sie kosteten bisher insgesamt 175 000 Euro.

Wie es nun mit beiden Gebäuden weitergeht, muss der Kreisausschuss in einer späteren Sitzung beraten. Abensbergs ehemalige Berufsschule beherbergt derzeit, neben Hauswirtschaftsschule, Jobcenter und BBW, noch knapp 30 Flüchtlinge. Dieses Not-Quartier soll Ende August aufgelöst, die noch im Asylverfahren befindlichen Flüchtlinge auf andere Unterkünfte verteilt werden, sagte Landrat Dr. Hubert Faltermeier. Der frei werdende Gebäudeteil könnte wieder schulisch genutzt werden.

Aktuell leben im Landkreis 1850 Flüchtlinge in staatlichen Gemeinschafts- und dezentralen Unterkünften – knapp 450 weniger als zu Spitzenzeiten heuer im März, berichtete Sachgebietsleiter Mike Süß. Fast die Hälfte der Bewohner, nämlich 785, sind mittlerweile so genannte „Fehlbeleger“: Menschen, deren Asylgesuch mittlerweile anerkannt wurde. Sie dürften und müssten sich eigentlich selbst eine Bleibe suchen – können aber oft genug keine finden.

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