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Helfer wünschen sich Koordination

Der Helferkreis Bad Abbach, der sich um Flüchtlinge und Asylbewerber kümmert, sucht Unterstützung. Ein Manager wäre nötig.
Von Gabi Hueber-Lutz

Die Federballcracks unter sich – scheint Spaß zu machen...
Die Federballcracks unter sich – scheint Spaß zu machen... Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Manager gesucht! Das wäre es, was die Menschen in Bad Abbach, die sich ehrenamtlich für die vielen Flüchtlinge einsetzen, wohl am dringendsten bräuchten. Die Mitglieder des Helferkreises, die sich um die Flüchtlinge im Haus Isabella kümmern, sind sich da einig.

Auf der kleinen geteerten Fläche vor dem Haus wuselt es am Freitagabend nur so. Kinder sind auf Rutschautos und Skateboards unterwegs, fahren Rad oder spielen Federball. Die Erwachsenen haben Stühle und einen kleinen Tisch ins Freie geschafft und sitzen zusammen – es ist Stammtisch. Jeden Freitagabend treffen sich die Hausbewohner und die Leute des Helferkreises zu einem zwanglosen Zusammensein. An diesem Tag geht es nicht um Deutschstunden, Papierkram oder Integrationskurse. Da wird einfach mit den Kindern gespielt, manchmal gekocht und geredet – soweit das möglich ist.

Koordination ein Fulltime-Job

Im Alltag der Flüchtlingsbetreuung haben die Helfer alle Hände voll zu tun. Für jedes Haus, in dem Asylsuchende untergebracht sind, gibt es einen Helferkreis. Aber ein echtes Netzwerk besteht nicht. Die Koordination der ganzen Flüchtlingshilfe in Bad Abbach wäre ein Fulltime-Job, sind sich Theresia Friedl-Schneider und Martin Seidl-Schulz sicher. Einen Koordinator gibt es aber nicht, deshalb gilt die Devise: „Man tut, was man kann“, wie Thomas Kastner sagt. Für die Betreuer sei das eindeutig die konkrete Arbeit mit den Menschen. Sie kümmern sich um die Details und um noch viel mehr. So hält Seidl-Schulz seit Pfingsten für elf Leute viermal in der Woche einen Alphabetisierungskurs. Nicht alle seine Schüler können lesen und schreiben. Andere müssen die lateinische Schrift lernen. In Regensburg und Kelheim sind alle derartigen Kurse voll.

Radfahrkurse wären nötig

Viel passiert, aber es fehlt auch noch so viel. Radfahrkurse wären dringend nötig. Die Betreuung für kleine Kinder müsste organisiert werden, damit auch die Frauen Deutschkurse besuchen können.

Larissa Weihsmayr wird zur Kämpferin, wenn es um die Kinder geht. Sie hat einen Schwimmkurs organisiert und nimmt etliche Kinder mit zu anderen Veranstaltungen. Ihr Anliegen wäre es, dass Familien mit Kindern gleichaltrige Flüchtlingskinder einfach mitnehmen oder zum Spielen einladen. Das wäre die wertvollste Hilfe, die sie geben können. Manchmal gelingt das Kennenlernen aber auch über den Gartenzaun. Manar Mislmani hat eine ältere Frau aus der Nachbarschaft kennengelernt, die einfach sagte, sie brauche Hilfe. Theresia Friedl-Schneider war mit ihm bei der Dame, er hat ihr mehrmals im Garten geholfen und nun freut sie sich, wenn er kommt, weil sie so viel zu erzählen hat. Ob der junge Mann alles versteht, ist dabei zweitrangig.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landratsamtes, wie das Haus Isabella eine ist, leben auch anerkannte Asylbewerber. Sie sollten eigentlich ausziehen. Aber wohin? „Die Wohnungssuche ist ein Riesenproblem“, weiß Seidl-Schulz. Die Herausforderungen sind also vielfältig. Wer etwas beitragen möchte, kann per Mail Kontakt aufnehmen: bad-abbacher-fluechtlingshilfe@gmx.de.

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