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Neue Flüchtlingsunterkunft fast fertig

Mit zwei Millionen Euro machte „B+Z Projektbau“ aus Bauruinen in Saal ein allseits gelobtes Wohnquartier.
Von Evi Schmidl, MZ

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Wohnungen bezogen werden.Foto: Schmidl
Noch in diesem Jahr sollen die ersten Wohnungen bezogen werden.Foto: Schmidl

Saal.Hinterm Einkaufsmarkt an der Saaler Hauptstraße erstrahlen die einstigen Bauruinen im neuen Glanz. Bauarbeiter legen derzeit letzte Hand an. Noch dieses Jahr sollen dort Asylbewerber oder bleibeberechtigte Flüchtlinge Wohnungen beziehen. Die Bauherren Walter und Michael Büchl von „B+Z Projektbau“ hatten alle an der Asylunterkunft in Saal Beteiligten zur Baubegehung geladen. Auch etliche Gemeinderäte beteiligten sich am Rundgang.

„Sechs Reihenhäuser und ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen sind für zehn Jahre an die Regierung von Niederbayern vermietet“, so Michael Büchl erklärend. Es werde, nach dem Bezug, festes Personal für Verwaltung, einen Hausmeister und, in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, eine pädagogische Fachkraft geben. Zur Verfügung stünden 1500 Quadratmeter Wohnfläche. Gebaut wurde in Wohneinheiten um die spätere Nutzung als Sozialwohnungen zu gewährleisten. Rund zwei Millionen habe „B+Z Projektbau“ investiert. Die Gebäude seien, auch durch die verwendeten Materialen, lange Zeit nutzbar. Gegen eventuelle Überflutungen wurden zwei Mulden angelegt und hochwassersicher mit einfügbaren Wassersperren vor den bodentiefen Fenstern gebaut.

Michael Büchls Dank galt Gemeindeverwaltung und AWO für die hervorragende Zusammenarbeit.

Bürgermeister Nerb: „Zukunftsföhige Lösung“

Christian Sondershaus, bei der Regierung von Niederbayern zuständig für Verteilung, Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern, sagte: „Die extremen Zahlen von Asylsuchenden haben 2015 vor allem Niederbayern wie ein Völkerwanderung getroffen“. Schnell aufgebaute Auffangeinrichtungen und Hallennutzungen sollten nun ein Ende haben. Notunterkünfte, so der Plan, sollen geschlossen werden und die verbleibenden Menschen dauerhaft in Wohnungen ein Zuhause finden. „Mehr als optimal“ nannte er die Häuser in Saal. Was jedoch die Zukunft bringe, wisse beim Thema Asylsuchende und allgemein niemand.

Monica Brandl, Abteilungsleiterin Soziales im Landratsamt, zeigte sich „mehr als glücklich“ ob der staatlichen Einrichtung. Der Landkreis hatte 95 Unterkünfte angemietet, die alle mit der Zeit aufgegeben würden. „Insgesamt 23 davon sind schon aufgelöst. Langfristige Mietverträge dafür gibt es nicht“, betonte sie.

Saals Bürgermeister Christian Nerb freute sich ob des „B+Z“-Bauprojekts an der Saaler Hauptstraße über „diese, zukunftsfähige Lösung“.

Im Jahr 2000 war auf dem Gelände ein Einkaufsmarkt nebst sozialem Wohnungsbau geplant 2001 ging die Baufirma in die Insolvenz, die Neubauten blieben im Rohbauzustand. Rund 15 Jahre sei der heruntergekommene Halbrohbau Anziehungspunkt für Leute gewesen, die dort nichts zu suchen gehabt hätten. Öfter habe es deshalb Beschwerden, aber in all den Jahren nie ein ernstes Kaufangebot gegeben. Als „B + Z“ 2015 Interesse am Erwerb und Aufbau von Wohnungen für Asylbewerber zeigte, seien Gemeinderäten und Bevölkerung in die Planungen mit einbezogen worden.

Er sei der festen Überzeugung das der Bau, auch wenn diesen jemand anderer für andere Zwecke gekauft hätte, „trotz Überflutungsgebiet nicht abgerissen worden wäre“. Der Saaler Helferkreis habe zugesichert, auch in dieser Wohnunterkunft den Menschen Hilfestellung zu geben.

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