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Sportler warten auf Rückgabe ihrer Halle

Sporthallen sollen wieder für Sport genutzt werden, sagt der Innenminister. In Schwaig warten die Bürger darauf vergeblich.
Von Jochen Dannenberg

Seit Monaten dient die Sporthalle des SV Schwaig als Unterkunft für Asylbewerber. Die Mitglieder des Sportvereins hoffen, dass sie die Halle bald wieder nutzen können.
Seit Monaten dient die Sporthalle des SV Schwaig als Unterkunft für Asylbewerber. Die Mitglieder des Sportvereins hoffen, dass sie die Halle bald wieder nutzen können. Foto: Dannenberg

Schwaig.War alles nur ein Missverständnis? Im März verkündete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, dass Turnhallen umgehend für den Schulsport freigegeben werden sollten. Eine Notfallunterbringung von Asylbewerbern wie seit September 2015 praktiziert, sei nicht mehr erforderlich. Inzwischen ist es Mai und die Sportler im Neustädter Ortsteil Schwaig warten noch immer aus ihre Sporthalle.

Möglicherweise liegt dies daran, dass sich die Forderung des bayerischen Innen- und Sportministers nur auf Schulturnhallen bezog, nicht aber – und darum handelt es sich in Schwaig – um Vereinshallen. Darum könne es doch nicht gehen, meinen Schwaigs Stadtrat Günter Schweiger und Walter Gabler, Vorsitzender des SV Schwaig, dessen Mitglieder gerne wieder in ihre Halle zurückkehren würden. Immerhin gehört dem Verein die Halle, in der seit vorigem Jahr Asylbewerber untergebracht sind. Der Zweck der Halle sei doch derselbe, meinen die beiden.

Günter Schweiger erinnert auch an Aussagen von Landrat Dr. Hubert Faltermeier und seinen Mitarbeitern bei einer Infoveranstaltung in Schwaig: „Da wurde uns versprochen, dass die Halle im Zeitraum Februar - März wieder frei wird, weil man nach anderen Lösungen sucht. Inzwischen ist zudem die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Kelheim deutlich zurückgegangen.“

Wann, fragt sich Schweiger, ist es soweit. Deshalb hat er sich ans Landsratsamt gewandt. Die Antwort war „unbefriedigend“, sagt der Stadtrat. „Einen genauen Zeitpunkt konnte man mir nicht nennen.“

Walter Gabler weist zudem darauf hin, dass die Sporthalle des SV Schwaig, nie eine wirklich gut Unterkunft gewesen sei. Jetzt würde es in der Halle vielleicht noch unangenehmer als im Winter werden. Mit den steigenden Außentemperaturen nehme auch die Temperatur in der Halle zu. Gleichzeitig sinke die Qualität der Luft in der Halle, die zudem nur schlecht zu belüften sei – nämlich nur über die Türen, da die Fenster nicht geöffnet werden können. Seinen Unmut über die Ankündigung des Ministers und ihre bisher in Schwaig ausbleibenden Folgen kann er nicht verhehlen. „Ich wundere mich, dass die Turnhallen überall geräumt werden, aber hier nicht. Dabei sind hier nur noch 25 Leute untergebracht, es waren einmal über 70. Für diese Menschen müsste sich doch ein Platz finden lassen.“

Gabler verweist weiter darauf, dass die Nutzung der Halle als Unterkunft nicht ohne Folgen für den Übungsbetrieb des SV Schwaig geblieben ist. Ein Teil des Betriebes wurde ausgelagert. Das wurde wiederum nicht von allen Mitgliedern bzw. bei Kindern und Jugendlichen von deren Eltern akzeptiert. Das, so Gabler weiter, habe dazu geführt, dass einige Mitglieder aus dem Verein ausgetreten seien – auch aus der Einradgruppe, dem sportlichen Aushängeschild des SV Schwaig.

„Wir brauchen Planungssicherheit“, stellen Günter Schweiger und Walter Gabler schließlich fest. Für den Sommer seien mehrere Veranstaltungen auf dem Gelände des SV Schwaig geplant, darunter zwei Zeltlager. Für die Veranstaltungen werde auch die Turnhalle benötigt.

Bürgermeister Thomas Reimer sagt, dass auch ihm eine Rückgabe der Sporthalle an den SV Schwaig wichtig ist. Er werde deshalb in den nächsten Tagen mit den Mitarbeitern des Landratsamtes sprechen. „Wir sind an dem Thema dran“, betonte er.

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Seit Mitte Oktober

  • Ankunft:

    Mitte Oktober kamen die ersten Asylbewerber nach Schwaig. Es handelte sich überwiegend um Flüchtlinge aus Syrien. Sie wurden in der Sporthalle des SV Schwaig untergebracht.

  • Eignung:

    Die Belegung der Turnhalle hatte bei den Bürgern in Schwaig für einige Verwunderung gesorgt. Sie wiesen darauf hin, dass die Halle nicht für die Unterbringung geeignet sei – u.a. wegen schlechten Lüftungsmöglichkeiten.

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