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Weniger Geld für die zwei Asylberater

Der Kelheimer Kreisausschuss kürzt den Zuschuss 2017 für die Asylsozialberatung – Caritas-Geschäftsführer König protestiert.
Von Martina Hutzler

Stefan Killian leitet die Asylsozialberatung der Caritas Kelheim; seit einem halben Jahr  wird er von Lisa Vischer unterstützt.
Stefan Killian leitet die Asylsozialberatung der Caritas Kelheim; seit einem halben Jahr wird er von Lisa Vischer unterstützt. Foto: Archiv

Kelheim. Für seine beiden Asylsozialberater erhält der Kelheimer Caritas-Kreisverband nächstes Jahr deutlich weniger Geld vom Landkreis: Der Kreisausschuss hat beschlossen, den Zuschuss von 40- auf 18000 Euro zu kürzen; ob im Jahr 2018 überhaupt noch Geld aus der Kreiskasse fließt, ließen die Räte offen.

Der zuständigen Abteilungsleiterin am Landratsamt, Monica Brandl, oblag es zunächst, dem Ausschuss sogar die komplette Streichung des Zuschusses vorzuschlagen. Der war 2013 eingeführt und voriges Jahr von 20- auf 40000 Euro aufgestockt worden, angesichts rapide steigender Flüchtlingszahlen. Umliegende Landkreise, so argumentierte Brandl nun, gäben teils gar keine Zuschüsse, teils in der Größenordnung von 20000 Euro. „Man fragt sich schon, wie das dort geht“, sagte sie in Richtung Kelheimer Caritas. Sie betonte aber auch, dass die Arbeit der beiden Berater wichtig sei. Indes sei der Kelheimer Zuschuss stets als Anschub-Finanzierung gedacht gewesen. „Grundsätzlich ist der Staat für das Thema Asyl zuständig“.

Kompromiss statt Nullrunde

Landrat Martin Neumeyer milderte dann den Vorschlag seiner Verwaltung wieder ab: nicht auf Null, sondern auf 16000 Euro kürzen, um die Beraterstellen nicht zu gefährden, empfahl er. Kreisrat Sebastian Hobmaier (CSU) fand auch das noch „schade“: Für die komplexe Beratungsarbeit brauche es Profis, da seien Ehrenamtler überfordert. Weitere Redner quer durch die Fraktionen begrüßten dagegen den Kompromiss 16000 Euro, der auch einstimmig beschlossen wurde.

Ab 2017 jährlich um 5000 Euro gekürzt werden soll auch die Investitions-Förderung für ambulante Pflegedienste im Landkreis (etwa 55000 Euro pro Jahr zahlte der Kreis hier bisher) und in 2022 soll sie ganz eingestellt werden enden, weil der Bestand der insgesamt sieben Sozialstationen/Pflegedienste gesichert sei. Auch dies beschloss der Ausschuss einstimmig.

Bei Hubert König, dem Kreis-Geschäftsführer der Caritas, lassen die zwei Beschlüsse die Alarmglocken klingeln: Er warnt im Gespräch mit unserem Medienhaus vor einem „negativen Trend“ zum Abbau sozialer Infrastruktur im Landkreis. „Dabei ist die genauso wichtig wie Straßen und sonstige Infrastruktur“. Ein fragwürdiger Stil sei es auch, dass der Rotstift bei der Asyl-Sozialberatung ohne weitere Rücksprache mit dem Verband angesetzt worden sei.

Caritas warnt vor Sozialabbau

Aus der eigenen Kasse kann die Kelheimer Caritas laut König die Finanzierungslücke nicht schließen: „Das Geld haben wir einfach nicht“; auf Dauer könne der Verband die beiden Stellen dann eben nicht halten. Denn der Freistaat bezahle nur 80 Prozent der Personalkosten, das entspreche 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten. „Und es wäre naiv zu glauben, dass wir ab 2018 keine Flüchtlinge und keinen Beratungsbedarf mehr haben“, ergänzt Geschäftsführer König.

Genehmigt hat der Kreisausschuss einstimmig mehrere sonstige Zuschussanträge: Abtei Rohr (22000 Euro), DLRG Weltenburg (15000), Judo-Internat Abensberg (25000), Landschaftspflegeverband VöF (80000), kommunale Hallenbäder (24000), Caritas-Schuldnerberatung (46000), BRK-Kreisverband (20500), Dorf-/Betriebshelfer (20500). Gegen die Stimme von Richard Zieglmeier bekamen die Tourismusverbände Landkreis und „Hopfenland“ insgesamt 437000 Euro zugebilligt. (hu)

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