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Mittwoch, 26. September 2018 18° 1

Wohnen

Den Wohnungsbau langfristig fördern

In Zeiten des Mangels an bezahlbarem Wohnraum ist wieder ein lösungsorientiertes Miteinander notwendig.
Hans Maier, Verbandsdirektor beim VdW Bayern, dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen

Hans Maier ist Verbandsdirektor beim VdW Bayern, dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen.
Hans Maier ist Verbandsdirektor beim VdW Bayern, dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen.

Das Thema Wohnen ist bei den Menschen im Freistaat Bayern angekommen. Jahrelang war bei den Wohneigentums- und Mietpreisen nur die Landeshauptstadt München die Stadt der Superlative. Das hat sich gewandelt. Bezahlbarer Wohnraum ist in allen bayerischen Ballungszentren ein knappes Gut geworden. Die Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern spüren den Druck auf den Wohnungsmärkten durch die zunehmende Nachfrage und die wachsenden Wartelisten für geförderte Wohnungen. Neu ist, dass auch in vielen Klein- und Mittelstädten bezahlbare Wohnungen fehlen. Die 464 Verbandsmitglieder verwalten rund 525 000 Wohnungen, darunter 103 743 Sozialwohnungen. Die Unternehmen verwalten nicht nur, sondern stellen sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung. Im Jahr 2017 wurden 1,8 Milliarden Euro in den Wohnungsbestand und -neubau investiert. Bei den Baufertigstellungen von 3900 Wohnungen konnte ein Zuwachs von 35 Prozent verzeichnet werden. Doch der über Jahre aufgebaute Wohnraummangel kann nicht in den kommenden zwei bis drei Jahren behoben werden. Das Ziel der bayerischen Staatsregierung von 500 000 Wohnungen bis 2025 ist ambitioniert, aber machbar. Die Wohnungswirtschaft wird ihren Beitrag dazu leisten. Das ist allerdings nur mit langfristig sicheren Rahmenbedingungen möglich. An erster Stelle steht eine gesicherte Mittelausstattung bei der Wohnraumförderung. Am besten durch eine klare gesetzliche Regelung. Mit einer Förderung von 400 Millionen Euro jährlich ließen sich rund 3000 bis 3500 Wohnungen neu errichten. Darüber hinaus müssen die Maßnahmen zur Aktivierung von Bauland dringend verstärkt werden. Die Bereitstellung von kommunalen Grundstücken und der Zugang zu Grundstücken von Bund und Freistaat sind unabdingbar. Daneben sind die Baukosten ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Wohngebäuden. Der Abschlussbericht der Baukostensenkungskommission liegt seit November 2015 vor. Geändert hat sich seitdem wenig. In Zeiten des Wohnungsmangels gab es immer ein Miteinander von Freistaat und Kommunen auf der einen sowie den Trägern des preisgünstigen Wohnungsbaus auf der anderen Seite. Angesichts der Aktualität des Themas brauchen wir wieder dieses lösungsorientierte Miteinander.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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