MyMz

Handwerk

Diese Investition zahlt sich aus

Das Handwerk braucht dauerhaft Nachwuchs. Daher müssen wir junge Menschen für diese Berufe begeistern.
Jürgen Kilger ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Jürgen Kilger  ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.
Jürgen Kilger ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Regensburg.Die Gewinnung von Fachkräftenachwuchs ist eine der größten Herausforderungen für das Handwerk. Der leichte Rückgang bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen verdeutlicht dieses Problem. 5700 Azubis durchlaufen aktuell ihr erstes Ausbildungsjahr im niederbayerischen und Oberpfälzer Handwerk. Im Vergleich zum Vorjahr ist das mit 100 weniger besetzten Stellen ein Minus von 1,7 Prozent. Die Ursachen dafür sind vielschichtig: sinkende Schulabgängerzahlen, die demografische Entwicklung, aber auch ein geändertes Bildungsverhalten.

Da sich die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Jahr 2015/2016 mit 3,8 Prozent aber spürbar gesteigert hat, ist die aktuelle Entwicklung dennoch als stabil zu werten. Das ist auch Folge von zielgruppenorientierten Kampagnen und intensiver Nachwuchswerbung. Beispielsweise die Kampagnen des bayerischen Handwerks wie „Macher gesucht“, „Elternstolz“ und die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks kommen nun zum Tragen. Das stetige Engagement von Betrieben, Handwerkskammern und Verbänden, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, zahlt sich somit für alle aus.

Zusätzlich ist aber auch ein bildungspolitisches Umdenken notwendig: Denn die Wirtschaft allein kann den Herausforderungen nicht trotzen. Das Handwerk hat sich jahrelang um Unterstützung seitens der Politik bemüht. Die klare Position im Koalitionsvertrag, die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern und die ihre Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung zu verankern, ist dahingehend ein wichtiges und positives Signal. Darunter: Die Stärkung der Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen, die Ausweitung des Sonderprogramms zur Digitalisierung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten und der Abbau finanzieller Hürden für den beruflichen Aufstieg durch Verbesserungen beim „Aufstiegs-BAföG“. Was wir nun brauchen, ist eine schnellstmögliche Umsetzung dieser Ziele. Das Bekenntnis zur Gleichwertigkeit beruflicher Bildung muss sich auch am Einsatz finanzieller Mittel messen lassen. Außer Frage steht: Die Investition in berufliche Bildung zahlt sich für alle aus – für die nächste Generation am Arbeitsmarkt, für die Betriebe sowie die Gesellschaft im Allgemeinen.

Der Autor Jürgen Kilger ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht