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Anerkennung für Arbeit fehlt

Die Bedingungen an Grund- und Mittelschulen fallen im Vergleich zu Realschulen und Gymnasien ab, meint unsere Gastautorin.
Petra Seibert, Landesvorsitzende des BSV

Petra Seibert ist Landesvorsitzende des Bayerischen Schulleitungsverbandes.
Petra Seibert ist Landesvorsitzende des Bayerischen Schulleitungsverbandes.

Der Bayerische Schulleitungsverband (BSV) spricht sich gegen die jüngsten scheinbaren Sicherungsmaßnahmen für die Unterrichtsversorgung an Grund- und Mittelschulen aus und kündigt seinen Widerstand an. Die Schulleitungen werden nicht – wie in den letzten Jahren zugesagt – entlastet, sondern belastet, weil sie als Lehrende in diesen Schularten mehr Unterricht erteilen müssen. Wenn Lehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen fehlen, so auch deshalb, weil sie im Vergleich zu Kollegen an anderen Schularten weniger verdienen, gleichzeitig die höchste Unterrichtsverpflichtung und die geringste Anerkennung haben. Total vergessen wird offenbar, dass an den Grund- und Mittelschulen die pädagogischen Herausforderungen am Größten sind.

An den Stellen, an denen es am meisten fehlt, wird nun noch einmal reduziert. Viele werteten dieses Vorgehen als ein weiteres Zeichen der Geringschätzung, die vor allem Solidarität fordert. Dass dieser Problemlage nun damit begegnet werden soll, den Grundschullehrkräften noch mehr Unterricht aufzubürden und ihnen Möglichkeiten zu nehmen, etwa in einem Sabbatjahr erneut Kräfte zu sammeln oder erforderlichenfalls in den Antragsruhestand zu gehen, stößt auf Unverständnis und großes Befremden des BSV. Es wird total vergessen, dass viele Schulleitungen und Lehrkräfte bereits am Limit arbeiten und es klingt wie Zynismus und Ironie, wenn sie nun noch später in den Ruhestand gehen dürfen und bis dahin auch noch mehr Unterricht erteilen müssen. Statt Entlastung erfolgt der Aufruf zu Solidarität, die die Schulleitungen in den Grund- und Mittelschulen bisher nicht erfahren durften. Es stellt sich die Frage, warum bei einem derartigen Engpass der personellen Ressourcen die Evaluation erneut eingesetzt wird, bei der pro Evaluator ein Kontingent von mindestens sechs Unterrichtsstunden erforderlich ist.

Der Unmut der Lehrkräfte ist seit Langem zu spüren und stellt eine weitere Herausforderung für die Personalführung der Schulleitungen dar. Die Schulleitungen werden wieder einmal diese berechtigten Beschwerden auffangen müssen. Belohnt werden sie dafür aber nicht etwa durch eine Anhebung ihrer Besoldung in den Bereich der Direktoren an Realschulen, sondern dadurch, dass auch sie selbst eine Stunde mehr Unterricht halten müssen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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