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Bio-Anbau schont Wale

Baumwolle, Seide, Wolle – am besten aus Bio-Anbau – schont den Wal und hilft den Albatros zu retten.
Anna-Lena von Hodenberg, Internet-Aktivistin

Anna-Lena von Hodenberg ist Campaignerin bei Campact.
Anna-Lena von Hodenberg ist Campaignerin bei Campact.

Wie kommt mein Einwegfeuerzeug in den Magen eines Albatrosses vor Hawaii oder meine Plastiktüte in den Bauch eines gestrandeten Wals vor Indonesien? Die Antwort: Eigentlich gar nicht. Plastiktüte und Einwegfeuerzeug kommen in Deutschland in den gelben Sack und werden recycelt oder verbrannt. Eigentlich. Aber so einfach ist es nicht. Plastikmüll wird weltweit gehandelt, bis 2017 gingen Millionen Tonnen auch von uns nach China. Vom Wind werden große Mengen leichter Kunststoffe in die Meere getragen. Der Plan der EU, mehr Plastik zu recyceln, geht leider am Problem vorbei und er klingt danach, die Kunststoffindustrie zu schonen – immerhin 60 000 Unternehmen mit 350 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Die Verbote von Einwegbesteck oder Wattestäbchen machen nicht die Masse aus. Doch wenn inzwischen Plastikteilchen überall in Flora und Fauna nachgewiesen werden, brauchen wir eine strenge Plastik-Diät. Was nicht entsteht, muss nicht entsorgt werden.

Manches ist dabei einfach nur in Vergessenheit geraten: Das Stück Seife am Waschbeckenrand spart den Flüssigseifenspender, die Taschentücher-Pappbox die Einzelpäckchen, das Eis in der Waffel den Plastikbecher oder den beschichteten Papierbecher. Glas ist schwer, das stimmt. Aber gläserne Pfandflaschen machen bis zu 40 Mal die Runde und den meisten Müll macht eben das Einweg-Plastik: nie länger als fünf Minuten in Gebrauch.

Apfelsinen, Bananen, selbst Eier haben von Natur aus eine Verpackung – warum manche Supermärkte geschälte Apfelsinen, geschälte Bananen oder gepellte Eier in Klarsichtpackungen anbieten? Und diese blöden Paprika-Dreierpacks Rot-Gelb-Grün – eine ist immer matschig und dann fliegen alle in den Müll – eingeschweißt. Auf dem Wochenmarkt ist das plastikfreie Einkaufen leichter. Zum einen kann man Obst und Gemüse lose bekommen. Zum anderen werden eigene Beutel oder Gefäße akzeptiert und Erdbeerschachteln oder Eierkartons zurückgenommen. Und bei Kleidung? In gut geheizten Räumen ist es gut zu riechen. „Beimischungen“ werden immer beliebter, ein wenig Elastan, ein wenig Nylon, Acryl oder Polyester. Alles Kunststoff, alles unverrottbar. Baumwolle, Seide, Wolle – am besten aus Bio-Anbau – schont den Wal und hilft den Albatros zu retten. Wussten wir vorher – haben es wohl nur verdrängt.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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