MyMz

Aussenansicht

Dialog statt Denkverbote

Die Verwalter der Kulturlandschaft werden systematisch und einseitig als Umweltsünder diskreditiert.
Von Dr. Josef Bosch

Landwirt Dr. Josef Bosch ist Vorsitzender der Max Schönleutner Gesellschaft Weihenstephan e.V. (MSGW e.V.).
Landwirt Dr. Josef Bosch ist Vorsitzender der Max Schönleutner Gesellschaft Weihenstephan e.V. (MSGW e.V.).

Nitrat, Glyphosat, Monokulturen, Tierwohl, Artensterben, „Rettet die Bienen“ – der Leser weiß sofort: Es geht um Landwirtschaft! Das hat es noch nie in der Geschichte gegeben, dass der Verwalter unserer Kulturlandschaft so systematisch und einseitig als Umweltsünder diskreditiert wurde. Treiber dieses Trends sind Interessenverbände und Parteien , die sich als Anwalt der Natur darstellen. Unbestritten ist der Erhalt unseres Ökosystems die größte Herausforderung der Zeit. Steigt man tiefer in die Materie einer gestörten Ökologie ein, stellt man fest, dass vermeintliche Ursachen und Lösungswege besagter Aktivisten zumeist fragwürdig sind.

Oft werden selbst ernannte „Experten“ zitiert und deren Meinung als Fakten präsentiert. Oder es werden Zitate aus wissenschaftlichen Berichten aus ihrem Kontext gerissen: „Glyphosat gilt als wahrscheinlich krebserregend“ ist so ein Klassiker. Dass die Untersuchung ohne Bezug zum tatsächlichen Risiko war und rotes Fleisch als noch gefährlicher eingestuft ist, wurde tunlichst unterschlagen. Das hätte der Meldung die Dramatik genommen. Dramatik aber ist es, was Aktivisten brauchen, um das Panikniveau ihrer Unterstützer auf einem Level zu halten, welches ihnen weiter ausreichend Wähler oder Spendengelder sichert.

Gravierende Folgen

Diese Instrumentalisierung der Landwirtschaft hat gravierende Folgen. Zehn Milliarden Menschen werden sich nicht mit veralteten Methoden ernähren lassen, ohne dass wir diesen Planeten zerstören. Seit Jahren wird der dringend notwendige Fortschritt behindert. So gibt es fast keine Neuentwicklungen moderner Pflanzenschutzmittel mehr. Als „Pestizide“ denunziert, boykottiert man jedwede Entwicklungen in der „Pflanzenmedizin“ und dämonisiert die mineralische Düngung. Ideologiegetrieben wird so eine Entwicklung verhindert, die wir im Sinne von gesunder Ernährung, Umweltschutz und Landwirtschaft bräuchten.

Die CSU formuliert jetzt, dass die Partei „grüner“ werden muss. Wenn damit ökologisch nachhaltige Politik gemeint ist, dann ist dem nur zuzustimmen. In Weihenstephan formiert sich gerade die Agrarwissenschaft neu und stünde für eine kompetente Aufarbeitung der Themen zur Verfügung. Man müsste dieses Juwel nur nutzen und einer soliden wissenschaftlichen Vorgehensweise ohne Denkverbote wieder politischen Raum verschaffen.

Weitere Beträge der Reihe Außenansicht finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht