MyMz

Aussenansicht

Die Gretchenfrage der Mobilität

Jährlich sterben viele tausend Menschen an schlechter Luft. Die Politik hat zu spät reagiert. Die Zukunft gehört dem ÖPNV.
Von Marco Altinger, Unternehmer

Marco Altinger ist Präsident des Bundesverbands „Werteorientierter Mittelstand Deutschland e.V.“
Marco Altinger ist Präsident des Bundesverbands „Werteorientierter Mittelstand Deutschland e.V.“

Durch gemeinsame Maßnahmen der Stadtverwaltungen, der Fahrzeughersteller (Nachrüstung) und der Kfz-Nutzer (vielleicht auch mal den Bus oder die S-Bahn nehmen), werden Fahrverbote für alte Diesel in München wohl verhindert. Angesichts der Entwicklungen, die uns alle umgetrieben haben, ist diese Entwicklung erfreulich. Diese gemeinsame Kraftanstrengung ist besser, als den Besitzern von alten Dieseln, die oftmals aus Geldmangel keine neuen Fahrzeuge kaufen können, die alleinige Verantwortung für eine saubere Luft aufzubürden.

Der eigentliche Skandal aber ist das Versagen der Politik, insbesondere des Verkehrsministeriums. Es war ja absehbar, dass die Städte die Luft nicht so rein halten können, wie es auch für Kleinkinder sowie alte Menschen notwendig ist. So sterben jährlich viele tausend Menschen an schlechter Luft. Wer schon einmal die Megastädte der Welt gesehen hat, der weiß, wie viel gute Luft wert ist. Wenn das Deutsche Bundesverkehrsministerium grundsätzlich früher reagiert hätte, wäre die ganze Debatte nicht so hochgekocht und es hätte bereits Maßnahmen im Vorfeld geben können. Die Zahlen lagen dem Minister ja schon lange vor.

Jetzt haben aber die Städte als Hauptbetroffene der schlechten Luft reagiert und in meinen Augen die richtigen Maßnahmen angestoßen. Die Zukunft des Verkehrs gehört in den dicht besiedelten Städten dem öffentlichen Nahverkehr und dem (Elektro)Fahrrad. Nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch aus Gründen der Schnelligkeit. Nur sehr wenige werden sich, wenn gute und preislich attraktive Alternativen bereitstehen, auf die überfüllten Straßen begeben. Anders ist die Situation auf dem Land, hier liegt die Zukunft schon noch auf absehbare Zeit beim Auto. Daher ist sehr zu begrüßen, dass mit Verspätung – hoffentlich nicht zu spät – auch die deutschen Hersteller auf alternative Antriebe setzen und dazu die Forschung intensiviert wird. Die Politik muss das aber mit einem entsprechenden Netz an Ladestationen begleiten. Das ist die Gretchenfrage in der Zukunft der Elektromobilität. Nur wenn ausreichend Ladestationen bereitstehen, wird sich die Elektromobilität durchsetzen. Jeder Hausbauer sollte daran denken, und auch wir als Unternehmer sollten bei den Mitarbeiterparkplätzen bereits an morgen denken.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht