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Die Klimakrise ist eine Ozeankrise

Der Klimawandel ist in der öffentlichen Debatte angelangt. Doch ein wichtiger Faktor bei seiner Bekämpfung geht unter.
Monika Wermisofsky, Umweltschützerin

Die Autorin ist die Meeres-Ansprechpartnerin bei Greenpeace Regensburg.
Die Autorin ist die Meeres-Ansprechpartnerin bei Greenpeace Regensburg.

Einer der wichtigsten Faktoren im Kampf gegen die Klimakrise sind die Meere. In der Klimadiskussion geht das zwischen Kohle, Verkehr und den vielen anderen Faktoren ziemlich unter. Große Teile der Ozeane könnten demnächst in ihrer Funktion als Ökosystem und als CO2-Speicher versagen, wenn die Atmosphäre sich weiter aufheizt. Zu diesem Schluss kommt der neue Greenpeace-Report „In hot water“.

Schon heute zeigen die Weltmeere mit ihrer Versauerung, dem Anstieg des Meeresspiegels und dem Aufheizen der Oberflächentemperatur deutliche Symptome der Erderhitzung. Die Konsequenzen sind dramatisch: Ein nie dagewesenes Artensterben, die Überfischung und Vermüllung der Meere verändert zahlreiche marine Ökosysteme und gefährdet die Ernährungssicherheit all jener Menschen, die ihre Nahrung aus dem Meer gewinnen.

„Es muss schnell gehandelt werden. Viele Regionen stehen stark unter Druck und sind schon heute ernsthaft bedroht.“

Monika Wermisofsky, Umweltschützerin

Durch den Anstieg des Meeresspiegels werden viele Küstenregionen unbewohnbar. Damit die Ozeane nicht kollabieren, müssen Regierungen weltweit die Treibhausgase drastisch reduzieren und die bestehenden Schutzgebiete von nur einem Prozent bis 2030 auf 30 Prozent erhöhen. Denn die Meere sind überlebenswichtig für die Menschheit: Sie liefern den Sauerstoff für jeden zweiten Atemzug, sie speichern ein Drittel der an Land verursachten CO2-Emissionen und ernähren Millionen von Menschen.

Greenpeace fordert die Regierungen nachdrücklich auf, die Erderhitzung, das Artensterben und den Schutz der Ozeane auf globaler Ebene anzugehen. Es muss schnell gehandelt werden. Viele Regionen stehen stark unter Druck und sind schon heute ernsthaft bedroht. Dazu gehören die Arktis und die Antarktis sowie Regionen mit großen Wal-Beständen, Korallenriffe, Mangroven, Seegraswiesen und die Sargasso-See im Atlantik. Die Tiefsee muss für die in den Startlöchern stehende Bergbauindustrie gesperrt bleiben, damit die Gesundheit der Meere nicht noch weiter beschädigt wird. Um die Widerstandskraft der Ozeane gegen die Klimakrise zu erhalten und das Artensterben zu begrenzen, haben die Vereinten Nationen im April bei der internationalen Hochseekonferenz in New York die Chance, sich auf einen globalen Ozeanvertrag zu einigen. Dieser könnte die Grundlage für ein Netzwerk globaler Schutzgebiete legen. Denn die Klimakrise ist auch eine Ozeankrise!

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung der Autorin wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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