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Die Schüler haben die Wahl

In Bayern gibt es eine Vielfalt an Bildungswegen und damit Gerechtigkeit. In anderen Bundesländern ging diese verloren.
Von Waltraud Erndl, stellvertretende Schulleiterin

Waltraud Erndl ist Pressesprecherin des Verbandes Deutscher Realschullehrer und auch der Bildungsallianz des Mittelstands.
Waltraud Erndl ist Pressesprecherin des Verbandes Deutscher Realschullehrer und auch der Bildungsallianz des Mittelstands.

Vielfalt – Schön, wenn man sie hat! Man hat Alternativen. Man kann aus vielen Angeboten das für sich passende suchen. Nein, ich rede nicht von Apfelsorten. Ich rede von Bildung. In Bayern haben wir sie zum Glück noch: eine Vielfalt in der Bildung. Unsere Schüler können auswählen aus einer Vielzahl von Bildungswegen und -chancen. Das differenzierte Schulwesen in Bayern ist Sinnbild für eine Bildungsgerechtigkeit, die in vielen anderen Bundesländern leider verloren ging. Je nach Interessen, Begabungen und Neigungen können Schüler in Bayern die für sie passende Schule wählen. Durch eine äußere Differenzierung kann in Folge eine innere wesentlich zielorientierter und gerechter geschehen.

Eine gemeinsame Schule für alle Kinder und Jugendlichen aber kann nicht gerecht sein. So vielfältig die Schüler, so vielfältig sollte auch die Bildungslandschaft sein. Nur so kann man die Jugendlichen individuell fördern und ihnen und ihren Stärken und Schwächen gerecht werden. In einem System aus Förderschulen, Grund- und Mittelschulen, Realschulen, Fachoberschulen, beruflichen Schulen und Gymnasien können sich die Heranwachsenden frei entfalten – ohne Druck. In ihren Klassen sitzen in aller Regel Mitschüler, die ähnliche Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen. Große Niederlagen oder Misserfolge wird es daher nicht sehr häufig geben. Die Lehrkraft kann sich auf den Inhalt konzentrieren und muss nicht mit acht verschiedenen Arbeitsblättern auf zehn Leveln aufwarten.

Die guten Schüler haben die Gelegenheit, besser zu werden, und die etwas schwächeren können sich an den guten orientieren. Wo hingegen sehr Schwache mit sehr Starken gemeinsam unterrichtet werden, funktioniert es nicht. Viele Studien haben das bewiesen. Es kann keine gemeinsame Schule für alle geben. Nichts ist ungerechter als eine Gleichmachung von individuellen Persönlichkeiten, die ein Anrecht auf eine angepasste Förderung haben. Grundlage dafür ist eine differenzierte Lehrerbildung: Nur Lehrkräfte, die speziell ausgebildet sind für die verschiedenen Schularten, können die Schüler dort am besten unterstützen. Aber zum Glück ist eine Schulstrukturdebatte aktuell vom Tisch und unsere Lehrkräfte können in Ruhe arbeiten: Differenziert, qualitäts- und leistungsorientiert für eine Bildung mit Zukunft!

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