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Energie

Die Wirtschaft will Windkraft

Klimafreundliche, bezahlbare Energie ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor, aber ohne Windkraft an Land nicht darstellbar.
Von Christoph Markl-Meider

Christoph Markl-Meider ist Pressesprecher bem Regensburger Unternehmen Ostwind. Foto: Herbert Grabe
Christoph Markl-Meider ist Pressesprecher bem Regensburger Unternehmen Ostwind. Foto: Herbert Grabe

Regnesuburg.Zwei Drittel der Bevölkerung, sagt eine neue Allensbach-Studie, seien besorgt über die Politik in Deutschland. Führungs- und Planlosigkeit habe sich breitgemacht. Die Handlungsfähigkeit nicht nur der Regierung, sondern des Staats insgesamt wird in Frage gestellt. Ein beängstigendes Zeugnis, das die BürgerInnen ihrem Land da ausstellen. Doch allein ein Blick auf die Klimapolitik genügt, um sich zu fragen: Wen wundert’s?

Es ist erst wenige Wochen her, dass die Regierungskoalition in Berlin mit breiter Brust ihr Klimapaket vorstellte. Dieses soll uns bis 2030 auf einen neuen Energie- und Klimakurs bringen, um das Pariser Abkommen doch noch einzuhalten. 65 % des Stroms sollen dann erneuerbar sein und vor allem aus Sonne und Wind kommen.

Schade nur, dass der stolzen Ansage der Politik umgehend die ernüchternde Absage der Vorzeigefirma Enercon, eines Aushängeschilds der heimischen Windindustrie, folgte: Mangels neuer Windprojekte müsse sie 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen.

Seit 2016 sind es nun 40000 Stellen, die in der Zukunftsbranche „Wind“ verloren gingen. Ein Verlust mit Ansage – denn Stück für Stück drehten die Regierungen in Berlin und Bundesländern wie Bayern der Windkraft den Hahn zu. Mangelnde Genehmigungen und mangelnde Flächen, ein Mangel an Durchsetzungswillen und an Know-how, wie die Energiewende funktioniert – all das führte zu dem, was wir – siehe Allensbach-Studie – heute beklagen: Stillstand.

Dass dadurch nicht nur eine Branche, sondern der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr gerät, darauf haben Industrie und Gewerkschaft jetzt hingewiesen. „Im Interesse von Versorgungssicherheit, Netzstabilität, Wertschöpfung in Deutschland sowie bezahlbaren Strompreisen für Haushalte und Unternehmen benötigen wir einen Ausbau der Windenergie an Land in allen Bundesländern“, heißt es in ihrem Brandbrief an Wirtschaftsminister Altmaier.

In Bayern hat sich zum fünfjährigen Bestehen der 10H-Abstandsregelung für Windanlagen ebenfalls ein Bündnis aus 100 Unternehmen und Stadtwerken, aus Wirtschafts-, Umwelt- und Kommunalverbänden sowie der Gewerkschaft an die Staatsregierung gewandt. Es fordert die sofortige Öffnung der 10H-Regel und einen forcierten Ausbau der Windkraft. Denn eine zuverlässige, klimafreundliche und kostengünstige Stromversorgung gelinge nur mit regional erzeugter und vor Ort verfügbarer Energie. „Bayern braucht Windstrom!“

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