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Digitalausbau an den Schulen

Um Schülerinnen und Schüler für die Zukunft zu rüsten, braucht es vor allem neue didaktische Konzepte.
Prof. Dr. Manuela Pietraß, Bildungsexpertin

Manuela Pietraß, Professorin an der Fakultät für Humanwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München
Manuela Pietraß, Professorin an der Fakultät für Humanwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München

Nicht nur PCs und Laptops sind verlangt, sondern neue didaktische Konzepte, um Schüler für die digitale Zukunft zu rüsten. Um einer finanziellen Beteiligung des Bundes am Digitalausbau der Schulen den Weg zu ebnen, wäre eine Grundgesetzänderung notwendig, was die Länder ablehnten. Damit ist die Ausstattung der Schulen mit Notebooks und PCs vorerst ungeklärt. Schulen sollten in ausreichendem Umfang mit neuesten und zuverlässig funktionierenden Medien ausgestattet sein, denn Wissensvermittlung und Lernen finden wesentlich mit Medien statt. Doch ist dies noch keine Garantie dafür, dass die Schüler auf die Digitalisierung gut vorbereitet werden. Eine mit Quellen aus dem Internet statt aus der Bibliothek bestückte PowerPoint-Präsentation, eine pdf-Datei statt einer Kopie aus dem Lehrbuch, die Nutzung von WhatsApp statt eines Nachmittagstreffens verlangen zwar digitale Medien, sind deswegen aber nicht schon besser.

Möglichkeiten erkennen

Es gilt, die veränderten Möglichkeiten zu erkennen und didaktisch zu nutzen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass digitale Medien digital und analog sind: Digitale Medien kommunizieren analog, wenn Bilder und Filme verwendet werden und digital, wenn Sprache und Schrift eingesetzt werden. Insofern führen auch vollständig digital ausgerüstete Schulen ihren Unterricht immer digital und analog durch. Der didaktische Mehrwert der digitalen Medien liegt in einer Verbesserung bisheriger Anwendungen. So sind digitale Medien zugänglicher, haben größere Speichermöglichkeiten, ermöglichen einen einfachen Transport von Bild und Film. Ihre veränderten Möglichkeiten liegen in ihrer Interaktivität und sie können Kommunikationsabläufe darstellen und speichern, was zum Beispiel wichtig ist für die Erstellung von Lernportfolios.

Für einen erfolgreichen Einsatz digitaler Medien an Schulen ist folgendes wichtig: Die Vorteile der digitalen Medien sind zu erkennen und zu begründen, was insbesondere Aufgabe der Fachdidaktiken ist. Die Schulbibliotheken sollten interaktive Lernsoftware bereitstellen. Die technische Wartung ist zu sichern. Probleme medienrechtlicher Art sind zu klären. Es ist eine Weiterbildung wichtig, die auf die zukünftigen fachdidaktischen Anforderungen vorbereitet und die die Vermittlung von Medienkompetenz der Schüler thematisiert. Dafür benötigen die Lehrer zusätzliche Zeit.

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