MyMz

Aussenansicht

Einzelhandel in der Mangel

Bei Themen, die den Einzelhandel in der Regensburger Altstadt weiterbringen könnten, herrscht Blockade. Es braucht Lösungen.
Von Dr. Martin Kammerer

Dr. Martin Kammerer ist Geschäftsführer des IHK-Gremiums Regensburg.
Dr. Martin Kammerer ist Geschäftsführer des IHK-Gremiums Regensburg.

Regensburg.Kommen Kunden gerne zum Einkaufen in die Regensburger Innenstadt? Die Meinungen sind geteilt. Bei vielen Themen, die den Einzelhandel in der Altstadt weiterbringen könnten, herrscht Stillstand. In den letzten Jahren sank die Einzelhandelsfläche genauso wie die Passanten-Frequenz. Für die am Donaumarkt weggefallenen Parkplätze wurde bis dato kein Ersatz geschaffen. Die versprochenen altstadtnahen Parkhäuser am Alten Eisstadion und auf dem ehemaligen Jacobi-Gelände sind noch nicht gebaut. Damit die für den Standort Innenstadt endlich erreicht werden, braucht es nachhaltige Lösungen und vor allem einen Schulterschluss aller Akteure. Der Einzelhandel wird von vielen Seiten in die Mangel genommen. Der E-Commerce erobert mehr Marktanteile, auch im typischen Sortiment der Innenstadt. Jüngste Umfragen zeigen, der Konjunkturmotor beginnt in Ostbayern zu stottern. Wenn dann das Konsumklima schwächelt, trifft das auch lokale Geschäfte. Für die Regensburger Altstadt-Händler kommen besondere Schwierigkeiten hinzu: hohe Mietpreise, Denkmalschutz-Auflagen oder Behinderungen durch Baustellen.

Regelmäßige Staus durch den A3-Ausbau und das Nadelöhr Pfaffensteiner Tunnel halten Kunden bereits heute davon ab, sich auf den Weg nach Regensburg zu machen. Die geplante Verlegung des Busbahnhofs auf das Kepler-Areal wird weitere Einschränkungen am Stadtentrée mit sich bringen. Die im Raum stehende Erhöhung der Parkgebühren und weniger Parkraum machen noch weniger Lust auf den Einkauf in der Altstadt. Die Menschen aus dem Umland und den Landkreisen Cham, Schwandorf oder Straubing stellen ein beachtliches Kundenpotenzial für Regensburg dar. Doch sie sind auf das Auto und entsprechende Parkmöglichkeiten angewiesen!

Der Einzelhandel prägt das Erscheinungsbild der Regensburger Altstadt. Niemand wünscht sich in zehn Jahren ein touristisches „Gastronomie-Museum“ mit Drehkreuzen am Eingang, sondern eine attraktive und vitale Innenstadt, zu der ansprechende Ladengeschäfte gehören. Nur muss man die erreichen können. Ohne ein Gesamtmobilitätskonzept für Regensburg und sein Umland wird das nicht funktionieren. Die Entwicklung der Region wird auch davon abhängen, wie es gelingt, den Standort Altstadt künftig als Einkaufserlebnis zu sichern.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht