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Körper

Es braucht eine ganzheitliche Behandlung

Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche sind belegt. Doch in der Therapie werden die kaum berücksichtigt.
Sigrid König, Gesundheitsexpertin

Die Autorin ist Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern.
Die Autorin ist Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern.

Krankheit ist kein statischer Zustand und Krankheit ist auch nicht grundsätzlich schicksalhaft gegeben. Aus verschiedenen Forschungsbereichen wissen wir, wie sehr wir selbst Einfluss auf unsere eigene gesundheitliche Entwicklung nehmen und diese steuern können.

Psyche, Nerven-, Immun- und Hormonsystem spielen zusammen und sind gemeinsam genommen wesentlich dafür, ob wir Krankheiten entwickeln und wie wir sie bewältigen. Diese Erkenntnis ist nicht neu: Stress ist ein wesentlicher Krankheitsfaktor, wenn er dauerhaft und belastend auf uns einwirkt; ganz altersunabhängig.

Darüber hinaus ist es durch Studien belegt, dass in der Schwangerschaft erlebte Traumata oder anhaltende Stressoren auch auf das Ungeborene wirken: Die Gene eines noch Ungeborenen sind ebenso wenig statisch, wie sie es in seinem weiteren Leben bleiben werden. Diese Zusammenhänge von Psyche und Körper sind inzwischen nicht nur Exoten in der Medizin bekannt, sondern unbestritten.

Umso erschreckender ist es, dass diese Gesichtspunkte noch so wenig Einzug in unsere Gesundheitsvorsorge und -versorgung finden. Wer beispielsweise an chronischem Rheuma leidet, wird zwar medikamentös ausgeklügelt behandelt. Der Einfluss von eigenen Verhaltensweisen, Einstellungen, Mustern, Stress und Schlaf auf die Entstehung der Krankheit und ihre Krankheitsschübe wird aber noch zu sehr außer Acht gelassen. Letztlich enden viele, noch so technisch ausgereifte Therapien bei chronischen Krankheiten als reine Symptomtherapie. Denn sie ignorieren weitgehend die Ursachen der Erkrankung und mit ihr die wissenschaftliche Erkenntnis, dass wir selbst unser großer, wenn nicht gar größter Therapeut sein können.

Im Idealfall kann jeder Einzelne befähigt werden, dieses Wissen in seinen lebenslangen Gesundheitspfad einzubringen. Unsere Aufgabe als Betriebskrankenkassen sehen wir darin, unsere Versicherten hie zu unterstützen. Noch sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber auch die Akzeptanz in der medizinischen Praxis, Krankheiten oder Prävention aus dieser Richtung zu denken, nicht ausgeprägt. Wir arbeiten daran, dies zu ändern. Sei es, dass wir über diese Zusammenhänge aufklären und in Initiativen zur Prävention von Krankheiten umsetzen, wie die Widerstandskraft von Menschen von Kindesbeinen an zu fördern.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung der Autorin wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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