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Außenansicht

Es fehlen noch Lösungen

Jeder zweite Landwirt in Bayern setzt freiwillig Agrarumweltmaßnahmen um. Für mehr Umweltmaßnahmen braucht es Fördergelder.
Von Walter Heidl

Walter Heidl, Präsident des Bauernverbandes
Walter Heidl, Präsident des Bauernverbandes

Regensburg.Die Bürger in Bayern wollen mehr Umwelt- und Naturschutz. Das hat das Volksbegehren zur Artenvielfalt gezeigt. Die Bauern nehmen dieses Signal ernst. Schon bisher setzt jeder zweite Landwirt in Bayern freiwillig Agrarumweltmaßnahmen um, auf fast 40 Prozent der Fläche werden zusätzliche Leistungen für den Umweltschutz erbracht. Zudem werden Blühflächen angelegt und Blühpatenschaften angeboten. Wichtig ist dabei allerdings auch, dass Bauernfamilien von der Landwirtschaft leben und ihre Höfe für kommende Generationen erhalten können. Ständiger Preisdruck, Billigkonkurrenz aus dem Ausland oder immer neue Vorschriften sorgen dafür, dass viele Bauern ihre Höfe aufgeben müssen. Eine nachhaltige und umweltbewusste Gesellschaft braucht eine vielfältige Landwirtschaft mit bäuerlichen Familienbetrieben und Artenschutz gleichermaßen. Für mehr Umweltmaßnahmen sind deshalb Fördergelder und Programme notwendig, die den Bauern einen entsprechenden Ausgleich für entgangene Einnahmen bieten. Aber alleine die Landwirtschaft kann und wird es nicht richten können, nötig ist ein „Gesellschaftsvertrag“ für Artenschutz und Landwirtschaft. Das heißt z. B. konsequente Maßnahmen gegen Flächenfraß, regionale Lebensmittel und Grenzen für Freizeitaktivitäten in der Natur. Auch in der Schule muss Wissen über Lebensmittelerzeugung sowie den Artenschutz vermittelt werden.

„Eine nachhaltige und umweltbewusste Gesellschaft braucht eine vielfältige Landwirtschaft mit bäuerlichen Familienbetrieben und Artenschutz gleichermaßen.“

Im Gesetzentwurf des Volksbegehrens geht’s aber nicht um mehr Geld für Artenschutz, sondern fast nur um Vorschriften und Verbote für uns Bauern. Da könnten wir einfach dagegen sein. So leicht machen wir es uns nicht. Auf der einen Seite stehen zwei Drittel der Vorschläge, die wir – mit Einschränkungen – für umsetzbar halten. Auf der anderen Seite stehen Punkte, bei denen der Gesetzentwurf zu massiven Nachteilen für eine nachhaltige Landwirtschaft führen würde. Dafür müssen Lösungen her! Am Runden Tisch wollen wir einen Weg finden, wie wir alle gemeinsam die Artenvielfalt in Bayern und eine nachhaltige, bäuerlich strukturierte Landwirtschaft voranbringen können. Der Bauernverband hat am Dienstag mit zwei Positionspapieren konkrete Vorschläge für Veränderungen in die Diskussion eingebracht. Wir wollen die Umwelt für nachfolgende Generationen erhalten. Deswegen: An uns Bauern wird es nicht scheitern.

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