MyMz

Außenansicht

Für eine Mode ohne Tierleid

Viele Millionen Nerze, Marderhunde, Füchse oder Kaninchen leiden unter den Haltungsbedingungen in Pelzfarmen.
Von Karlheinz Seidl, Vorstand des Vereins Menschen für Tierrechte Regensburg

Regensburg.Die Werbung verkündet seit Jahren wieder unüberhörbar die schöne neue Welt der Pelze. Diesmal jedoch nicht mehr als Mantel oder Pelzjacke, sondern als Pelzbesatz auf Sportjacken, Mantelkrägen, Kapuzen, etc. So gibt es in Deutschland nun endlich gesetzliche Vorgaben für den Betrieb der noch letzten verbliebenen Pelzfarmen. In den meisten anderen Ländern von Alaska bis China aber leiden viele Millionen Tiere immer noch unter elenden Haltungsbedingungen. Aus diesen Gegenden der Welt aber kommen über 80 Prozent der Pelzprodukte.

Nerze, Marderhunde, Füchse oder Kaninchen verbringen in diesen sogenannten Pelzfarmen, jeder Witterung ausgesetzt, in eisiger Kälte oder glühender Hitze in engen, oft überfüllten, winddurchlässigen Drahtkäfigen ihr trostloses Dasein. Krankheiten, Verletzungen, Kannibalismus und pathologische Verhaltensweisen sind an der Tagesordnung. Pelztiere in europäischen Farmen werden durch Gas oder Elektroschock getötet. Etwa 70 Millionen Nerze, Marderhunde, Füchse sowie zwei Millionen Hunde und Katzen vegetieren in China in Farmen.

Die Zustände und Haltungsbedingungen entbehren nach den Aufnahmen von Undercover-Ermittlern oft jeglicher Beschreibung: Wahnsinnig vor Angst beobachten die Tiere, wie ihre Leidensgenossen aus den Käfigen gezerrt und mit einer Eisenstange auf dem Kopf erschlagen werden, um das Fell nicht zu beschädigen. Manche der Tiere sind nur betäubt, bewegen sich noch und der qualvolle Todeskampf dauert Minuten. Die Rohfelle werden anschließend zum Schutz vor Verwesung und bei der Bearbeitung und der Reinigung mit einem Cocktail von Chemikalien behandelt.

Die moralischen Bedenken die mit Pelztragen verbunden waren, werden mit der Zeit überwunden.

Am Ende wär hier die Entscheidung des Verbrauchers gefragt über die Wahl des Produkts: Echtpelz oder Kunstpelz. Seit 2012 gilt nun EU-weit eine Kennzeichnungspflicht bei für alle Besätze aus Echtpelz. Der Text aber ist so verwirrend, dass nicht erkennbar ist, ob Echtpelz oder Synthetik verwendet wurden. Wenn auch in einigen Ländern Europas der Pelzhandel fast zum Erliegen gebracht wurde: Die internationale Pelzindustrie boomt. Die moralischen Bedenken die mit Pelztragen verbunden waren, werden mit der Zeit überwunden. Muntere Werbespots und neue Ideen versuchen, den Pelz wieder auf die Straße zu bringen. Aber es gibt auch Mode ohne Tierleid.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht