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Gute Lebensbedingungen für Kinder

Kinder- und familienfreundliche Lebensbedingungen sind eine öffentliche Aufgabe. Es braucht ein leicht zugänglichen Angebot.
Von Dr. Insa Schöningh, Bundesgeschäftsführerin der evangelischen arbeitsgemeinschaft familie (eaf)

Regensburg.Es ist Aufgabe des Staates, die eigenverantwortliche Lebensgestaltung für alle Familien zu ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist ein erweitertes Verständnis von öffentlicher Verantwortung für das Gelingen von Familie.

Familie wird heute ganz verschieden gelebt, jede Familie muss ihren eigenen Takt und ihre Regeln finden. Familienalltag ist ein komplexer Gestaltungsprozess, der sich nicht automatisch ergibt, sondern aktiv von den Familienmitgliedern geleistet werden muss. Familienleben ist eine „Herstellungsleistung“ wie die Wissenschaft es nennt. Denn die Erwartungen an die Eltern sind hoch: Kinder erziehen und ihnen gute Startbedingungen schaffen, die Kindheit(en) gut gestalten, partnerschaftlich leben, ausreichendes Einkommen erwirtschaften, Beruf- und Familienaufgaben vereinbaren, Angehörige und persönliche Interessen pflegen.

Familien brauchen Unterstützung

Familien können diese Herausforderungen nicht allein stemmen, kinder- und familienfreundliche Lebensbedingungen sind eine öffentliche Aufgabe. Es bedarf eines umfassenden, leicht zugänglichen Angebots an unterstützenden und entlastenden Förderleistungen, um Familien ein eigenverantwortliches Leben zu ermöglichen. Hilfe darf nicht erst dann erfolgen, wenn Familien nicht (mehr) in der Lage sind, ihre Aufgaben zu bewältigen. Neben finanzieller Unterstützung (z. B. Elterngeld) zählen dazu Betreuungs- und Beratungsangebote, wie frühkindliche Bildung und Erziehung, Familienbildungsangebote, Erziehungsberatung, Familienerholung oder Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Kuren bis hin zur Einzelfallhilfe. Allen diesen Angeboten ist gemeinsam, dass sich die Eltern aktiv darum bemühen müssen, vorausgesetzt sie wissen überhaupt davon. Sie brauchen also einfachen Informationszugang und in den Alltag integrierbare Wege.

Angebote bündeln

Die Bündelung von Angeboten in wohnortnahen Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern ist ein Beispiel für eine sinnvolle, zugehende Unterstützung - eine zentrale Anlaufstelle für verschiedene, an Familien gerichtete Angebote, beispielsweise Familienbildung, Erziehungs- und Sozialberatung und eine Kindertagesstätte unter einem Dach. Eltern werden viel besser erreicht, wenn alle diese Angebote räumlich nah beieinander liegen und sie sie frühzeitig kennen – und schätzen - lernen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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