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Handwerk in aller Munde

Vor einigen Jahren oft noch unterschätzt und als überregional unbedeutend abgestempelt, ist das Handwerk heute in aller Munde
Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer

Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer
Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer

Regensburg.Der Blick auf das Handwerk ist im Wandel. Vor einigen Jahren oft noch unterschätzt und als überregional unbedeutend abgestempelt, ist das Handwerk heute in aller Munde – zu Recht. Denn, wer würde das verstopfte Rohr freikriegen, das Auto wieder fahrtüchtig machen oder uns mit frischen Semmeln versorgen, wenn nicht das Handwerk. Und die „Wirtschaftsmacht von nebenan“, wie die Imagekampagne des deutschen Handwerks das Handwerk nennt, kann noch viel mehr: Sie deckt den Bedarf an Dienstleistungen und Produkten vor Ort, bietet Ausbildungs- und Arbeitsplätze, liefert komplexe und innovative Lösungen und ist wichtiger Partner der Industrie. Kurz gesagt: Das Handwerk sorgt für Lebensqualität.

Das belegt auch der Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Studie hat geprüft, welchen Beitrag das Bildungssystem leistet, um Wohlstand zu sichern, Aufstiegsmöglichkeiten für den Einzelnen zu schaffen und Teilhabe zu gewährleisten. Bei der beruflichen Bildung liegt Bayern an der Spitze. Gerade das Handwerk in Ostbayern, mit 38 000 Betrieben, leistet hier einen wesentlichen Beitrag.

Eine andere Erhebung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen besagt: Das Handwerk sorgt für Stabilität im ländlichen Raum. Vier von fünf Kreisen mit dem deutschlandweit höchsten Handwerkeranteil liegen in Niederbayern und der Oberpfalz. Unsere Region ist „Handwerkerland“. Das heißt: Hier sind nicht nur die Ausbildungsquoten höher und die Menschen weniger von Armut betroffen, sondern auch die Bevölkerungsentwicklung ist stabiler.

Dass das so bleibt, sollte unser aller Ziel sein. Das erkennt nun auch die Politik und reagiert. So hat die Koalitionsvereinbarung der bayerischen Landesregierung einiges für das Handwerk vorgesehen: Mittelstand und Handwerk sollen unterstützt und von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Ein Fachkräfteprogramm soll qualifizierte Mitarbeiter bringen, die duale Berufsausbildung verbessert und der Meistertitel gestärkt werden. Diese Unterstützung ist bitter nötig, denn der handwerkliche Mittelstand steht vor einer riesigen Herausforderung: Zu wenig Personal und etliche Betriebe, die einen Nachfolger suchen. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, die junge Generation zu begeistern und für die Wirtschaftsgruppe Handwerk zu werben.

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