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Aussenansicht

Hilfe für Kinder in Afrika

Rund 500 Kinder leben im Township Katutura. Viele sind traumatisiert, die Bildung kommt oft zu kurz. Hilfe ist dringend nötig.
Barbara Bitschnau, Entwicklungshelferin

Regensburg.Circa 500 Kinder jeglichen Alters treffen sich in einer kleinen Wellblechhütte mitten im Township Katutura. Alle singen Kirchenlieder, tanzen, klatschen in einer nicht überhörbaren Lautstärke, bevor das Essen serviert wird. Gänsehaut ist bei diesem Anblick garantiert.

Monica Imanga, die Gründerin und Leiterin der Suppenküche Home of Good Hope, setzt sich seit Jahren für diese Kinder ein. Viele sind Voll- oder Halbwaisen, umgeben von Gewalt, Alkohol, Drogen und Krankheiten wie HIV. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen steht dort keine rosige Zukunft bevor, wenn sie nicht das Glück haben, jemanden wie Monica um sich zu wissen, die ihnen einen beschreitbaren Weg ebnet.

Unter diesen Umständen kommt Bildung oft zu kurz. Deswegen ist es nicht nur Monica, sondern auch Friends 4 Friends e.V. ein wichtiges Anliegen, diesem Thema höchste Priorität zu geben. Man möchte aus der Ferne meinen, dass ein Schulbesuch in Namibia ein Schnäppchen ist. Doch wie kommt eine Familie für die damit zusammenhängenden Kosten auf, wenn sie nicht mal für das nächste Abendessen die finanziellen Mittel bereitstellen kann? Genau. Es ist schlichtweg nicht möglich.

Die zu vergebenen Plätze im Schulprogramm werden mit den Projektmanagern vor Ort, Monica Imanga und ihrem Sohn Peacemaker, besprochen – nur sie kennen die bedürftigsten Kinder; solche, die aufgrund der widrigen Umstände nie eine Aussicht auf einen Schulbesuch hätten. Auch auf Nachhilfe wird im Programm großen Wert gelegt: Wir Außenstehende vergessen oft, dass die Kids für Bildungsfragen keine Ansprechperson zu Hause haben – viele der Einwohner von Katutura sind Analphabeten; die Wichtigkeit von Nachhilfe ist nochmals eine ganz andere als in unseren Breitengraden.

Dank finanzieller Hilfe begleiten wir 15 Schüler und Schülerinnen auf ihrem Bildungsweg. Christian ist dabei unser ganzer Stolz, hat er es doch letztes Jahr an die Universität geschafft. Vor wenigen Wochen saßen wir zu zweit inmitten von Wellblechhütten auf Plastikstühlen, die Bücher am Schoß, die Sonne im Gesicht und paukten lateinisches Vokabular für sein Jurastudium. Die Prüfung absolvierte er mit Bravour ein paar Tage später.

Die Autorin ist 2. Vorsitzende von Friends 4 Friends e.V. Die Organisation ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Regensburg zur Unterstützung sozialer Projekte in Entwicklungsländern.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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