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Sonntag, 22. April 2018 28° 2

Armut

Kinderarbeit ist ein Skandal

Weltweit werden152 Millionen Kinder und Jugendliche ausgebeutet. Doch jeder von uns kann etwas dagegen tun.
Petra Schürmann

Petra Schürmann ist Grundsatzreferentin des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Berlin.Die neusten Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation sprechen von rund 152 Millionen arbeitenden Kindern weltweit. Das sind elf Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren. Etwa 73 Millionen von ihnen arbeiten unter schweren ausbeuterischen Bedingungen.

300 000 Sternsinger sind in diesen Tagen in ganz Deutschland unterwegs, um auf die Probleme arbeitender Kinder aufmerksam zu machen. Ihre Botschaft ist klar und deutlich: Gemeinsam gegen Kinderarbeit und Ausbeutung! Denn Kinderarbeit, die ausbeutet, den Schulbesuch verhindert und die Rechte der Kinder verletzt, ist ein Skandal. Darüber darf und muss man sich empören.

Ursachen für Kinderarbeit gibt es viele. Geringes Familieneinkommen, das durch die Mitarbeit der Kinder aufgestockt wird. Kinderarbeit, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Arbeitgeber, die Gesetze umgehen und nicht bestraft werden. Wer nachhaltig Ausbeutung von Kindern verhindern will, muss also Armut und Kinderarbeit gleichermaßen bekämpfen. Ein Verbot von Kinderarbeit allein hilft da nicht weiter. Eine direkte Beteiligung arbeitender Kinder an Lösungsprozessen muss zum Standard werden. Staatliche Programme, die Familien sowohl finanziell als auch sozial unterstützen und ein kostenloser Schulbesuch haben große Aussichten auf Erfolg im Kampf gegen Kinderarbeit. Schule zuerst! Denn gute Bildung bedeutet in der Regel bessere Arbeit und mehr Einkommen. Ein regelmäßiger Schulbesuch ist das Kernstück bei der Bekämpfung von Kinderarbeit.

Kinderarbeit ist ein Problem in den ärmeren Ländern des globalen Südens. Was also können wir hier dagegen tun? Ich habe eine Vision. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der moralische Appelle im Allgemeinen nicht so gerne hört. Sie führen selten zu Verhaltensänderungen. Aber, meine Vision: Im Jahr 2030 ist es bei uns zur guten Gewohnheit geworden, Produkte ohne Kinderarbeit zu kaufen. Es ist uns ein persönliches Bedürfnis, ohne Ausbeutung zu konsumieren. Günstige Preise sind okay – „billig und ausbeuterisch“ aber nicht. Manch eine Ladenkette ist aus dem Stadtbild verschwunden. Fairer Handel ist normal! Und dann? Müssen Kinder nicht mehr arbeiten – weltweit!

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