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Klima-Debatte: Neuer Schwung nötig

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz zeigt, dass man sich Klimaveränderungen nicht mehr weg- oder schönreden kann.
‚Von Hermann Dannecker

Hermann Dannecker ist Energieberater. Er ist Mitgründer und einer der beiden Vorsitzenden des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e.V., dem 700 Ingenieure, Architekten und Techniker angehören. Foto: Dannecker
Hermann Dannecker ist Energieberater. Er ist Mitgründer und einer der beiden Vorsitzenden des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e.V., dem 700 Ingenieure, Architekten und Techniker angehören. Foto: Dannecker

Regensburg.Wenn ein neues Jahr anbricht, nimmt man sich einiges vor, will Vieles besser machen. Aber jedes Mal kehrt nach kurzer Zeit der alte Schlendrian wieder einIn der Klimapolitik darf das nicht (wieder) passieren: Hier müssen wir endlich konsequent handeln, um Schlimmes zu verhindern. Die Temperaturentwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass wir uns Klimaveränderungen nicht mehr weg- oder schönreden können. Das scheint man auch auf der jüngsten UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz gemerkt zu haben. Trotz niedriger Erwartungen einigte man sich, was die Umsetzung der auf der Pariser Konferenz vereinbarten Klimaziele angeht.

Wenn jedes Land künftig seine CO2-Emissionen erfassen und darüber Rechenschaft ablegen muss, dann sorgt das für Transparenz. Vielleicht auch für Vertrauen und neuen Schwung? Schön wär’s. Denn genau das brauchen wir jetzt: neuen Schwung. Ein Beispiel: Mehrfach wurde das geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG) verschoben. Es soll mehrere andere Gesetze zusammenführen und vereinfachen und außerdem definieren, was unter einem Niedrigstenergiegebäude zu verstehen ist. Das neue GEG würde keine Standards erhöhen, aber für mehr Übersichtlichkeit sorgen, wenn es um Neubau und Gebäudesanierung geht. Vielleicht damit auch für mehr Vertrauen bei Bauherren und Hausbesitzern?

Meinung

Ökologie ist das zentrale Thema

Allen Bemühungen zum Trotz zerstört der Mensch seine Lebensbedingungen. Ein Leitartikel von MZ-Chefredakteur Manfred Sauerer.

Vertrauen in klimapolitische Ziele brauchen wir nämlich auch; nur so lässt sich etwas bewegen. Die Menschen dürfen Klimaschutz nicht als etwas Bedrohliches empfinden, das ihre Besitzstände schmälert. Sondern als etwas Überlebensnotwendiges, soll die Welt nicht aus den Fugen geraten. Weniger Bürokratie gehört dazu. Bestimmt auch mehr Dialog. Dazu hat der Bundespräsident kürzlich aufgerufen. Er hat recht: Wenn man miteinander redet, entdeckt man notgedrungen andere Ansichten, vielleicht neue Vorschläge.

Reden sollten die Älteren viel mehr mit den Jüngeren. Wenn es um Immobilien geht allemal, denn zumeist gehören sie den Älteren und werden an die Jüngeren weitergegeben. Über die Frage, welche Rolle dabei Energieeffizienz und Klimaschutz spielen können, sollten sich Großeltern, Eltern und Enkel verständigen. Klimapolitik ist ein Thema, das alle Generationen angeht. Vielleicht könnte 2019 ja ein Jahr des Umsteuerns werden beim Klimaschutz. Wenn jeder mit anfasst – auf seine Weise

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