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Klimaschutz in der Zukunft

Es ist wichtig, dass sich die heutigen Generationen zur Rettung des Klimas bekennen, findet unsere Gastautorin.
Von Anna Halbig, Klima-Botschafterin

Anna Halbig ist ehrenamtliche Botschafterin bei der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen sowie Mitglied der Klimadelegation. Sie nimmt seit 2013 regelmäßig an UN-Klimakonferenzen teil.
Anna Halbig ist ehrenamtliche Botschafterin bei der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen sowie Mitglied der Klimadelegation. Sie nimmt seit 2013 regelmäßig an UN-Klimakonferenzen teil.

Mittendrin statt nur dabei sein. Das wollen hunderte junger Menschen, die sich – inklusive mir – im Dezember aus allen Teilen der Welt auf den Weg nach Kattowitz in Polen gemacht haben. Und nein, dort es geht nicht um eine angesagte Party. Es geht um Klimaschutz. Zwar können Jugendorganisationen junge Menschen als Beobachter zu den UN-Klimakonferenzen entsenden, allerdings gibt es für Jugenddelegierte nur begrenzte Beteiligungsmöglichkeiten an den eigentlichen Verhandlungen. Dabei geht es dort auch um ihre Zukunft, denn Klimaschutz und Generationengerechtigkeit sind eng miteinander verknüpft: Die Prognosen des aktuellen Sonderberichts des Weltklimarats führen uns vor Augen, was für junge Menschen und zukünftige Generationen auf dem Spiel steht, wenn es nicht gelingt, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Mit den derzeitigen Emissionen steuert die Weltgemeinschaft allerdings auf eine Erderwärmung von mehr als vier Grad zu. Selbst die aktuell angestrebten Emissionsreduktionen würden noch zu einer Erderwärmung von mehr als drei Grad führen. Für zukünftige Generationen kommt das einer Klimakatastrophe gleich. Das Missliche an ihrer Lage: Sie sind noch nicht geboren, können sich nicht gegen die mangelnden Klimaambitionen wehren, nicht mitverhandeln, nicht demonstrieren, nicht mitwählen.

Umso wichtiger ist es, dass sich die heutigen Generationen zur Rettung des Klimas bekennen und Generationengerechtigkeit eine wichtige Rolle auf den Klimakonferenzen spielt. Die jungen Menschen verlassen die Klimakonferenz mit gemischten Gefühlen. Das in Kattowitz verabschiedete Regelbuch ist nicht ambitioniert genug, um die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen ausreichend zu sichern – obwohl es begrüßenswert ist, dass sich die Staatengemeinschaft trotz der klimapolitischen Lage in manchen Ländern überhaupt einigen konnte. Dennoch haben die Interessen zukünftiger Generationen im Tauziehen um nationale Interessen das Nachsehen. Die Schlagwörter Jugend, Generationengerechtigkeit und zukünftige Generationen fehlen gänzlich. Der Einbezug dieser Worte in das Regelbuch wäre ein Zeichen gewesen, dass Politiker den Stimmen junger Menschen endlich Gehör schenken und die Bedürfnisse der Hauptbetroffenen des Klimawandels, nämlich zukünftiger Generationen, gebührend ernst nehmen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung der Autorin wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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