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Konkurrenz statt Team

Den Jugendlichen wird früh eingeredet, dass sie sich einen Platz in der Gesellschaft erkämpfen müssen, das ist ein Problem.
Von Jael Keck, Freiwilligendienstleistende

Jael Keck ist 18 Jahre alt und leistet momentan einen Freiwilligendienst bei der Jugendorganisation Schüler Helfen Leben.
Jael Keck ist 18 Jahre alt und leistet momentan einen Freiwilligendienst bei der Jugendorganisation Schüler Helfen Leben.

Mein Name ist Jael Keck. Ich bin 18 Jahre alt, habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und absolviere momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Schüler Helfen Leben, der größten jugendlich geführten Hilfsorganisation Deutschlands. Durch meinen Einsatz unterstütze ich zusammen mit acht weiteren Freiwilligen Jugendlichen in Südosteuropa, Jordanien und Deutschland dabei, sich für ihre Bedürfnisse und Interessen einzusetzen.

Ich habe meinen eigenen Arbeitsbereich, in dem ich meine Ideen sehr selbstständig umsetzen kann. Dies hält mich aber nicht davon ab, meine Aufgaben so gut wie möglich zu erledigen – obwohl ich jugendlich bin. Dieses Vertrauen gegenüber Jugendlichen scheint aber unüblich zu sein: Immer mehr Jugendorganisationen werden nun von Erwachsenen geleitet.

Zu unzuverlässig seien viele der Jugendlichen heutzutage, zu fokussiert auf ihre sozialen Medien und auf ihre Serien. Kaum einer in meinem Umfeld engagiert sich noch sozial und wenn, dann nur um seinen oder ihren Lebenslauf aufzubessern. Doch woran liegt das? Wieso ist die Jugend so antrieblos?

Von klein auf wird den Jugendlichen eingeredet, dass sie sich auf die Schule fokussieren, dass sie sich einen Platz in der Gesellschaft erkämpfen müssen. Auch in der Schule wird durch individuelle Bewertung auf Konkurrenzkampf anstatt auf Teamarbeit gesetzt. Es heißt nicht mehr „Wir gegen die!“, sondern „Jeder für sich!“; und genau das ist das Problem! Jugendliche sind häufig kein Team mehr, sondern Einzelkämpfer, wodurch ein Gefühl der Machtlosigkeit entsteht.

Deshalb akzeptieren Jugendliche die Gegebenheiten, anstatt gegen sie anzukämpfen und entfliehen nachmittags, wenn sie nicht für die nächste Klausur lernen, in die virtuelle Welt des Internets. Schüler Helfen Leben gibt Jugendlichen eine Stimme. In regionalen Gruppen über ganz Deutschland verteilt setzen sich Jugendliche für Veränderung in der Gesellschaft ein. Sie können in ihrer Stadt oder auch bundesweit Aktionen planen und gemeinsam viel bewirken.

Sobald solche Strukturen für alle Jugendlichen zum Alltag werden, könnten sich diese auch wieder als aktiven, wichtigen Teil der Gesellschaft identifizieren und sich für andere einsetzen.

Die Autorin ist 18 Jahre alt und Freiwilligendienstleistende.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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