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Künstliche Intelligenz ändert die Welt

Durch Künstliche Intelligenz wird sich die Arbeitswelt 4.0 schon bald zur Arbeitswelt 5.0 entwickeln, glaubt unser Gastautor.
Von Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser, Arbeitsforscher

Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser ist Direktor beim Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.
Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser ist Direktor beim Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.

Künstliche Intelligenz (KI) steht im Fokus: Daher erscheint es mir kaum überraschend, dass zahlreiche nationale und internationale Vertreter der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft die KI bereits als prägende Universaltechnologie dieses Jahrhunderts einstufen. Bei der Umsetzung von KI-Techniken stecken wir noch in Kinderschuhen, dennoch spüren wir schon jetzt die alltägliche Schlagkraft und Dynamik der KI-Innovationen. KI bietet nicht nur allerhand Chancen für innovative Geschäftsmodelle von Unternehmen und Institutionen.

Die Arbeitswelt in den Unternehmen erfährt umwälzende Veränderungen. KI-Instrumente oder lernende (Arbeits-) Systeme entwickeln die Arbeitswelt 4.0 zur Arbeitswelt 5.0. Steht die Arbeitswelt 4.0 im Fokus der vernetzten Digitalisierung und der Flexibilisierung von Arbeitsort, -zeit, -organisation sowie Handlungsfreiheit, so wird die Arbeitswelt 5.0 mit intelligenter Assistenz, lernenden Robotern und benutzeroptimierter Informationsbereitstellung bereichert. Für die Beschäftigten bedeutet der Einsatz von KI noch mehr Flexibilität, anspruchsvollere Tätigkeiten, individuell angepasste Informationen sowie Erleichterung bei monotonen geistigen Routinetätigkeiten. Da KI-Technologie das Potenzial hat, bei der Informations- und Wissensarbeit die Flut an Informationen zu reduzieren bzw. zu kanalisieren, sowie lernende Robotersysteme und KI-basierte Automatisierungslösungen bei der Produktionsarbeit stark beanspruchende physische Tätigkeitsanteile übernehmen können, besteht die Aussicht, dass Beschäftigte in einer KI-geprägten Arbeitswelt verminderte Belastungen erfahren können. Dies wirkt sich im besten Fall positiv auf die Gefährdungsanalysen für die Belastungswirkungen der Beschäftigten aus.

Bei all dem Optimismus können wir es aber auch übertreiben – wenn wir Arbeit künftig so gestalten, dass die Beschäftigten nur noch Anhängsel von KI wären. Hier zähle ich auf eine moralische Grundsatzdebatte, die sowohl die enormen Vorteile von KI als auch humane Aspekte bei ihrem Einsatz berücksichtigt. Dabei geht es um Gestaltungschancen für Unternehmen, Beschäftigte, Sozialpartner und Politik. Wird diese Debatte humanorientiert geführt, bleibt der Mensch auch weiterhin steuernde, durchführende und überwachende Tätigkeiten vornehmen – ein menschenleeres Unternehmen wird sodann nicht kommen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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