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Mehr Bewegung auf dem Schulweg

Eltern sollten ihre Kinder nicht bis vor die Schultür fahren. Das fordern das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub.
Von Claudia Neumann

Claudia Neumann ist Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Claudia Neumann ist Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mit dem Motto „Elterntaxi stehenlassen!“ werben das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub Deutschland seit Montag für mehr Bewegung auf dem Weg zur Schule und zur Kita. Die Aktionstage zielen darauf ab, dass Kinder nicht mit dem Elterntaxi bis vor das Schultor chauffiert werden, sondern den Schulweg möglichst eigenständig zurücklegen. Denn inzwischen fahren 20 Prozent der Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, doppelt so viele wie früher. Staus und ansteigende Unfallzahlen vor den Schulen inklusive. Neben Bewegung und Umweltschutz geht es dabei vor allem auch um mehr Eigenständigkeit für Kinder. Denn eine Selbstverständlichkeit ist der eigene Weg zur Schule schon lange nicht mehr. Oft herrscht bei den Eltern eine Mischung aus Sorge vor Verkehrsunfällen, Übergriffen auf ihre Kinder und auch Bequemlichkeit vor.

Viele Ängste sind jedoch unbegründet – und im Ergebnis ist der Fahrdienst für viele Kinder wenig hilfreich. Denn Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen und nicht auf dem Rücksitz im Auto die Welt an sich vorbeiziehen sehen, lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen. Eltern stärken das Selbstbewusstsein ihrer Kinder, wenn sie diese eigenständig und mit anderen Kindern zur Schule laufen oder mit dem Roller oder Rad fahren lassen. Zudem lernen Kinder, die alleine oder mit Freunden zur Schule gehen, auf sich und auf andere aufzupassen. Zu Fuß zur Schule gehen, ist alles in allem gut für die Entwicklung von Kindern. Und die gewonnene Eigenverantwortung hilft den Kindern auch in anderen Situationen. Kinder, die zu Fuß zur Schule laufen, kommen auch viel entspannter in den Unterricht. Denn sie können sich auf dem Schulweg auszappeln und ausquatschen und sind dadurch bei Unterrichtsbeginn viel aufmerksamer.

Wichtig ist es natürlich, von Anfang den Schulweg gut einzuüben – und zwar am besten zu Fuß. Dann steht dem regelmäßigen Laufen zur Schule nichts mehr im Wege. Anfangs durchaus noch in Begleitung der Eltern, etwa im „Laufbus“. Und dort, wo der Schulweg tatsächlich zu weit und Schulbus-Anbindungen schlecht sind, sollten wenn möglich Fahrgemeinschaften gebildet werden. Zudem kann man die Kinder einige hundert Meter vor der Schule aus dem Elterntaxi aussteigen lassen, den restlichen Weg können sie selbst bewältigen.

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