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Mehr Bildung für Frauen

Zwei Drittel der weltweit 14 Prozent erwachsenen Analphabeten sind weiblich, sagt unsere Autorin und fordert Veränderung.
Dr. Renate Tewaag, Bildungsexpertin

Regensburg.Jeder hat das Recht auf Bildung. Sie muss […] auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein.“ Diese Zeilen stammen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) von 1948. Im Jahr 2015 stärkten die UN dieses Ansinnen in Ziel 4 „Quality Education“ der „Sustainable Development Goals“ erneut. Die Rahmenbedingungen für das Menschenrecht Bildung scheinen also gegeben, seine Bedeutung längst erkannt worden zu sein.

Die Realität vermittelt jedoch ein anderes Bild. Vor allem die Ungleichstellung der Geschlechter hemmt die Erreichung der Ziele. Zwei Drittel der weltweit 14 Prozent erwachsenen Analphabeten sind weiblich, Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn und sind seltener in Führungspositionen – nur einige Fakten der strukturellen Benachteiligung, die ihren Ursprung (nicht nur, aber auch) in den unterschiedlichen Voraussetzungen in Sachen Bildung haben.

Auch in Sachen Klimaschutz muss zwingend über die Ungleichstellung der Geschlechter gesprochen werden. Denn wo zunächst kein Zusammenhang zu bestehen scheint, fällt die Benachteiligung von Frauen schwer ins Gewicht: Frauen – gerade in den strukturschwachen Ländern des globalen Südens – sind laut Equal Measures 2030 deutlich anfälliger für die Folgen des Klimawandels als Männer.

Die unabhängige Organisation bemisst anhand eines Index die Folgen der Geschlechterungleichheit in Bereichen wie Armut, Bildung oder Gesundheit. Der Bereich Klima schneidet dabei am zweitschlechtesten ab. Die Gründe: Frauen sind ärmer, sie verfügen daher über weniger Bildung, Land und Immobilien und bleiben aufgrund der Migration der Männer oft alleine in ihren Heimatländern zurück – Fakten, die uns angesichts des akuten Klimawandels den großen Handlungsbedarf schonungslos vor Augen führen.

Dieser besteht vor allem in einem Punkt: Bildung! Denn nur, wenn Frauen ihre Rechte kennen und über Wissen verfügen, haben sie die nötigen Voraussetzungen und entwickeln das Selbstbewusstsein, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten.

Soroptimist International Deutschland, eine Service-Organisation berufstätiger Frauen, macht sich deshalb für die Gleichstellung der Frauen in rechtlicher, sozialer und beruflicher Hinsicht stark.

Die Autorin ist Bildungsexpertin.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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